Internationaler Museumstag

Kloster Jerichow stellt sich im Podcast vor

Am 18. Mai wird der Internationale Museumstag begangen. Die Stiftung Kloster Jerichow darf sich in einer digitalen Audio-Dokumentation vorstellen und so einem breiten Publikum präsentieren.

Von Thomas Skiba
Die Geistbrennerei als eine weitere Säule des aktiven Tourismus ist bei den Gästen des Klosters sehr beliebt.
Die Geistbrennerei als eine weitere Säule des aktiven Tourismus ist bei den Gästen des Klosters sehr beliebt. Archivfoto: Thomas Skiba

Jerichow

Klaviertöne sind zu hören, eine Stimme aus dem Off spricht: „Für diese Folge sind wir an die Elbe gefahren. Im Nordosten von Sachsen-Anhalt befindet sich das Kloster Jerichow. Es ist eines der ältesten Backsteingebäude Norddeutschlands...“ Die Stiftung Kloster Jerichow beteiligt sich zum Internationalen Museumstag 2021 mit einem Podcast, so werden Audio- oder Videodateien genannt, die im Internet abgerufen werden können.

Die Audio-Dokumentation ist Teil der Serie „Museumslauschen – Der Podcast aus Museen in Sachsen-Anhalt“ und stellt noch einige andere Museumsorte zwischen Altmark und Harz vor. So erfährt der Hörer Näheres über „Die Pest, Luther und die Corona-Pandemie-Ausstellung in Wittenberg: Eine Seuche verändert die Welt“ oder zu Mosigkau bei Dessau. In dem kleinen Ort steht eines der letzten erhaltenen Rokoko-Schlösser in Sachsen-Anhalt. Es gehört zum Gartenreich Dessau-Wörlitz – und wird wegen seiner Pracht auch „Klein-Sanssouci“ genannt.

Mittelalterliche Feldwirtschaft ist Thema

In der Vorstellung der Klosteranlage Jerichow thematisiert der Sprecher die Gartenanlage mit seinen Hochbeeten und dem modellhaft angelegter Feldfruchtgarten. Er stellt eine Assoziation zur mittelalterlichen Feldwirtschaft dar. Auf ihnen werden größere Mengen anspruchslosere Kräuter für die spätere Verarbeitung zu klostereigenen Produkten angebaut.

Kloster-Gärtnerin Manuela Pelloth kommt immer wieder zu Wort und erklärt unter anderem den Aufbau der Hochbeete, die Eigenheiten bei der Bestellung wie Ernte und deren Historie. „Wir errichten und pflegen die Beete, wie schon vor Hunderten von Jahren“, erklärt Pelloth und verweist darauf, „dass die Gärtner schon im Mittelalter auf Methoden gesetzt haben, die derzeit wieder sehr modern sind“.

Drei bis vier Ernten bringe so ein Hochbeet hervor, auch mit Pflanzen, die lange vergessen waren und sich heute wieder ihren Platz in den heimischen Gärten zurückerobern, wie der Mangold, bunte Mohrrüben oder Pastinaken.

Vom Klostergarten geht es im Podcast zur „Veredelungs-Stätte“ – der Geistbrennerei. Hier kommt Brennmeister Daniel Schünicke zu Wort, der die Abläufe in der Geist-Brennerei schildert: „Hier werden die Früchte der klostereigenen Streuobstwiesen mit Alkohol vereinigt.“

Neugier wird geweckt

Was neben dem Herstellen dieser beseelenden Getränke und der Beschreibung des Klostergartens in der Dokumentation zum Tragen kommt, ist ein Blick in die tragenden Säulen der Klosterstiftung, und das macht neugierig. Es ist eine andere Art der Vorstellung touristischer Standorte, bei der der Blick gepaart mit den Informationen aus Stimmen und Geräuschen vor Ort den Wunsch wachsen lässt, Ausstellungen, Räume oder Vorstellungen zu besuchen. Geht es nach den Schöpfern des Podcast #museumslauschen, soll genau das erreicht werden: Durch digitale Angebote über die Museumslandschaft Lust zu wecken, diese persönlich zu besuchen, wenn es wieder möglich sei.

Mehr als 230 Museen gibt es in Sachsen-Anhalt, die vom Weltkulturerbe über große Kunstmuseen, Stadt- und Regionalmuseen, Technik- und Naturkundemuseen bis zum kleinen Heimatmuseum große und kleine Schätze bewahren.

Dazu kommt, dass Museen mit ihrem breiten Spektrum, vielfältigen Angeboten und innovativen Ideen einen großen Beitrag zum kulturellen und gesellschaftlichen Leben überall auf der Welt leisten. Auch darauf will der Internationale Museumstag aufmerksam machen.

Die Audiovorstellung „Museumslauschen“ ist am 25. April 2021 gestartet und besucht in 15 Folgen Museen in Sachsen-Anhalt, entdeckt außergewöhnliche Geschichten und versteckte Orte und spricht mit Menschen, die sich um die vielfältigen Sammlungen und Ausstellungen im Bundesland liebevoll kümmern. Die erste Folge wurde am Sonntag, den 25. April, um 9 Uhr veröffentlicht. Wöchentlich kommt eine Folge hinzu.

Der Klostergarten bewirtschaftet seine Beete wie vor Hunderten von Jahren. Das gilt heute wieder als modern.
Der Klostergarten bewirtschaftet seine Beete wie vor Hunderten von Jahren. Das gilt heute wieder als modern.
Archivfoto: Thomas Skiba