Genthin l Das Henkelmuseum hat – vorerst vorübergehend – dichtgemacht, die QSG (Qualifizierungs- und Strukturförderungsgesellschaft) hat die Heizung des ehemaligen Waschhauses abgestellt.

Kostenübernahme nicht geklärt

Zunächst hat das Abstellen der Heizung sowohl den Förderverein Stadtgeschichte als auch Matthias Günther (parteilos) als Bürgermeister Genthins auf den Plan gerufen. Letzterer forderte QSG-Geschäftsführer Lars Bonitz daraufhin auf, unverzüglich das Museum zu beheizen, so dass bestimmte Dokumente und Exponate keinen Schaden nehmen. Passiert ist seitdem nichts.

Bonitz erwiderte daraufhin, dass die Sicherung der Dokumente angewiesen sei, machte gegenüber dem Bürgermeister aber auch klar, dass die Übernahme der Kosten für den Museumsbetrieb nicht geklärt sei. Die Debatte um die Museumsöffnung stößt offensichtlich in ein Vakuum von derzeit nicht definierten Zuständigkeiten.

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Nutzungsvereinbarung für Kulturhaus

Rückblick: Nach dem Verkauf des Stadtkulturhauses ist zwischen der Inprotec AG als neuer Eigentümerin und der Stadt Genthin eine Nutzungsvereinbarung zustande gekommen. In deren Folge müsste nun die Stadt Genthin mit der QSG einen Vertrag oder eine Vereinbarung abschließen. Das Papier müsste für die QSG, nachdem sie nicht mehr Eigentümerin der Immobilie ist, die weitere Bewirtschaftung und damit alle finanziellen Modalitäten regeln.

Das ist bisher nicht geschehen. Das Henkelmuseum spielte zumindest in der öffentlichen Debatte um die Nutzungsvereinbarung zwischen der Firma Inprotec und der Stadt Genthin, wenn überhaupt, nur eine sehr untergeordnete Rolle. Es fiel offensichtlich irgendwie hinten runter. Dabei seien zu allen Gebäuden, die sich auf dem von der QSG verkauften Gelände befinden, die gleichen Regelungen in der Nutzungsvereinbarung getroffen worden, gab Pierre Schwerdtfeger von der Firma Inprotec auf Volksstimme-Anfrage zur Auskunft.

Henkelmuseum nicht vor Abriss

Von Pierre Schwerdtfeger gibt es eine klare Ansage, die sowohl das Stadtkulturhaus, aber auch das Henkelmuseum betrifft: „Es besteht die klare Zusage meinerseits, dass wir nichts böswillig abreißen werden. Solange die Gebäude von der QSG/Stadt genutzt werden, halten diese uns auch von allen Kosten frei.“

Pierre Schwerdtfeger macht geltend, dass das Henkelmuseum strategisch in einer Engstelle in der Verbindung zum Werk liege. Deshalb habe Inprotec keine Ausnahme zusagen wollen, sollte der Platz doch benötigt werden und sich keine andere Lösung finden lassen. QSG-Geschäftsführer Lars Bonitz sieht bezüglich des Henkelmuseums in der gegenwärtigen Übergangsphase keinen Handlungsbedarf.

Vereinbarung über Zuschuss steht aus

„Die QSG bleibt gegenwärtig auf den Kosten sitzen“, sagt er. Zudem stünde die Entscheidung über die vereinbarte Bezuschussung der Stadt für die QSG in Höhe von 50.000 Euro aus. Ende des Jahres sei sie - aus seiner Sicht ohne vernünftige Begründung - von der Tagesordnung des Stadtrates genommen worden. Damit floss bisher kein Geld der Stadt an die QSG.

In der Sitzung des Hauptausschusses vom 15. November war die „Verlängerung der Fördervereinbarung des Stadtkulturhauses“ unter TOP 5.5. zur Beratung vorgesehen. Diese wurde vom Bürgermeister zurückgezogen, was in der Niederschrift festgeschrieben wurde. Im vorliegenden Protokoll ist keine Begründung nachzulesen.

Stadträte zurückhaltend

Allerdings wird derzeit eine neue Beschlussvorlage zur „Bezuschussung des Stadtkulturhauses“ erarbeitet, die in der kommenden Woche im Kulturausschuss erstmals vorgestellt wird und letztlich am 22. Februar vom Stadtrat entschieden werden muss. Das politische Genthin hält sich bisher mit Statements in Sachen Henkelmuseum wie überhaupt zu einem Folgevertrag zum Stadtkulturhaus zurück. Wilmut Pflaumbaum (FDP) sagte, die Stadträte seien derzeit noch nicht über den konkreten Inhalt der Nutzungsvereinbarung zwischen Stadt und der Inprotec AG durch den Bürgermeister informiert worden.

Mit diesen Themen verbinden sich hochkomplexe und komplizierte Fragen, die erst geklärt werden müssen, gab auch Horst Leiste (SPD) zu bedenken. Eine gründliche Prüfung in der Fraktion kündigte auch Klaus Voth (CDU) an.