Parchen l „Der Weg ist so kaputt, dass man ihn mit einem normalen Pkw nicht mehr befahren kann“, ist Öko-Landwirt Ernst-​Adolf Kampe verärgert. „Vor zwei Wochen konnte man hier noch mit Tempo 50 bis 70 durchfahren, jetzt kommt man nicht mal mehr mit Schrittgeschwindigkeit weiter.“

Gemeinsam mit dem Chef der Agrargenossenschaft Parchen-Hoheseeden, Patrick Wolter, besah sich Kampe in der vergangenen Woche die Schäden. Entstanden seien diese durch Maistranporte am letzten Septemberwochenende. An diesem hatte es lang andauernde Regenfälle gegeben, der Boden wurde matschig und durch die schweren Transporte aufgewühlt. „Das müssen 50 bis 80 Transportfahrten gewesen sein“, meint Ernst-Adolf Kampe und rechnet mit einem Schaden in deutlicher fünfstelliger Höhe. „Der Weg ist auf der gesamten Strecke kaputt.“ Zum Teil seien Furchen von 30 Zentimeter und mehr im Boden. Immer wieder sind tiefe Reifenspuren zu sehen, in einer Reihe von Löchern steht Wasser, manche Rillen wirken wie in die Erde gepflügt.

Herrichtung in Gemeinschaftsaktion

Damit ist der ländliche Weg fast wieder so kaputt und uneben wie vor einigen Jahren, als er in einer Gemeinschaftsaktion planiert wurde. „Die Kosten haben sich damals die Agrargenossenschaft und die LFD-Holding geteilt“, erinnert Patrick Wolter an die Herrichtung.

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Beide Unternehmen hatten ein Interesse an dem Weg – spart er den landwirtschaftlichen Fahrzeugen doch einen Weg von rund zehn Kilometern. Und auch bei Privatnutzern ist der Weg als Abkürzung zwischen den beiden Orten Parchen und Gladau beliebt.

Denn als kommunale Strecke, steht der Weg allen zur Verfügung, ähnlich wie einige Verbindungswege im Fiener, die in den vergangenen Jahren angelegt wurden.

Nicht geteert, nur planiert

Allerdings mit dem Unterschied, dass der Parchener Weg nicht geteert, sondern nur planiert ist. Die beiden Landwirte planen nun einen Vor-Ort-Termin mit Vertretern der städtischen Verwaltung, die Ortsbürgermeister der beiden Dörfer seien bereits informiert, so die Landwirte. „Man muss feststellen, dass die Schäden von bestimmten Fahrten herrühren und das Lohnunternehmen ansprechen, dass dafür verantwortlich ist“, findet Kampe. Patrick Wolter fügt hinzu: „Eigentlich ist es gute landwirtschaftliche Praxis, dass bei einem Regen, wie wir ihn Ende September hatten, solche Wege nicht befahren werden.“

Bei allem Ärger über die kaputte Strecke fügt er aber auch hinzu: „Es war gut, dass wir mal wieder einen klassischen Landregen hatten, das war ein großer Vorteil für die Landwirtschaft, denn Regen gab es auch in diesem Jahr viel zu wenig.“

Was nun aus dem Parchener Weg wird, das steht derzeit in den Sternen. Aus der Genthiner Stadtverwaltung gab es bis Redaktionsschluss keine Antwort auf eine entsprechend gestellte Anfrage der Volksstimme.