Gesundheit

Medizinkonzept aus Havelberg soll als Blaupause für Genthin dienen

Grünen-Stadtrat Lutz Nitz informiert im Stadtseniorengremium über aktuellen Stand bei der Notfallversorgung

Der Grüne Lutz Nitz (li.) gemeinsam mit dem CDU-Stadtratsvorsitzenden Gerd Mangelsdorf bei einer Protestaktion für die Notfallversorgung.
Der Grüne Lutz Nitz (li.) gemeinsam mit dem CDU-Stadtratsvorsitzenden Gerd Mangelsdorf bei einer Protestaktion für die Notfallversorgung. Mike Fleske

Genthin - Mike Fleske

„Havelberg ist nun einen Schritt weiter auf dem Weg zur Notfallversorgung als wir, obwohl wir länger darum gekämpft haben“, schickte der Grünen-Stadtrat Lutz Nitz seinen Ausführungen im Stadtseniorengremium voraus.

Den Mitgliedern brannte in ihrer jüngsten Sitzung das Thema „Gesundheitsversorgung in Genthin“ auf den Nägeln. Bürgermeister Matthias Günther (parteilos) hatte Nitz das Wort erteilt, da dieser sich im städtischen Medizinausschuss und bei verschiedenen Protestaktionen engagiert hatte.

Dass Havelberg besser dastehe, habe mehrere Gründe. Die Havelberger seien mit ihrem Verein „Pro Krankenhaus“ sehr öffentlichkeitswirksam vorgegangen, hätten sich regelmäßig gezeigt und dadurch breite Unterstützung für ihre Forderung nach einer ganzwöchigen 24-Stunden-Notfallversorgung erhalten.

Havelberger Krankenhaus war noch im Landesplan

Aber vor allem: „Das Krankenhaus Havelberg war noch in der Landesplanung, als es im vergangenen Jahr vom Betreiber geschlossen wurde.“ Das sei ein deutlicher Unterschied zur Situation in Genthin. Hier war das von den Johannitern betriebene Krankenhaus 2004 aus der Akutversorgung des Landes herausgefallen. „Wir müssen nun einen Weg finden, um wieder in den Krankenhausplan zu gelangen“, machte Nitz deutlich.

Allerdings könne grundsätzlich das Beispiel Havelberg als Blaupause dienen. Dort soll in drei Stufen ein Intersektorales Gesundheitszentrum (IGZ) entstehen. Das sieht das Konzept der landeseigenen Krankenhausgesellschaft Salus vor, das diese bis August fertigstellen will.

Laut ersten Eckpunkten ist vorgesehen, mit einem Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) zu starten. In der zweiten Ausbaustufe sollen pflegerische Übernachtungsbetten mit ärztlicher Rufbereitschaft sowie fachtherapeutische Angebote folgen.

Zudem sollen Kooperationen von niedergelassenen Ärzten und Notärzten vor Ort, den Krankenhäusern in der Umgebung entstehen. Die Angebote werden durch Telemedizin begleitet. In der dritten Stufe könnten weitere Angebote wie Physiotherapie folgen.

Anlaufstelle für kleinere verletzungen oder bei Arbeitsunfällen

Nitz machte deutlich, dass man sich in Genthin weiterhin mit dem Thema beschäftigen werde. So seien erneut Gespräche mit der Gesundheitsstaatssekretärin geplant, auch werde man in der kommenden Woche (23. Juni, um 17 Uhr) im städtischen Medizinausschuss zusammenkommen, um über den aktuellen Stand zu beraten.

Allerdings verwiesen sowohl der Stadtrat als auch der Bürgermeister darauf, dass es nicht angedacht sei, ein Krankenhaus in Genthin zu fordern. Vielmehr solle mit der Notversorgung eine Anlaufstelle für Dinge wie Armbrüche, Schnittverletzungen oder ähnliches geschaffen werden. Nicht nur im Hinblick auf weite Wege zu nächsten größeren Krankenhäusern, sondern auch mit Blick auf die Erstversorgung von Arbeitsunfällen in der in Genthin ansässigen Stahl- und Chemieindustrie.