Genthin/Dresden l „Für mich ist diese Ausstellung etwas Besonderes“, sagt Stephanie Homa. Unter ihrem Künstlernamen „Super Future Kid“ mischt sie seit einigen Jahren die Kunstszene Londons auf und erobert von dort derzeit den US-Kunstmarkt.

Stars der modernen Kunst vereint

Kein Wunder, das Kunst-Enthusiasten, wie der Dresdener Holger John, ebenfalls auf Homa aufmerksam geworden sind. In seiner derzeit laufenden spektakulären Schau mit dem provokanten Titel „Die Unbegabten“ versammelt er ein „Who is Who“ der großen Namen der Pop-Art und der Moderne. Andy Warhol, Roy Lichtenstein Jeff Koons, Damien Hirst, Gerhard Richter, Street-Art-Künstler Banksy – und auch die Bilder von „Super Future Kid“ sind dort zu sehen.

Die 37-Jährige verbindet in ihren Werken Alltagsgegenstände vom Skateboard bis zu Turnschuhen mit stilisierten Ikonen der 80er und 90er oder comichaften Gesichtern. Verpackt wird das ganze in flirrenden Pastellfarben.

London ist Lebensmittelpunkt

Bereits während der Schulzeit in Genthin hat sie eine ausgeprägte Kreativität an den Tag gelegt, gemalt, gebastelt und gezeichnet. Im Studium nahm der Kunstsinn neue Formen an. „Ich habe Textil- und Flächendesign studiert und dabei die Malerei für mich entdeckt.“

Mit einem Diplom der Kunsthochschule Berlin-Weißensee ging es 2008 über den Kanal auf die Britische Insel. „Für mich ist es so, als gehörte ich hier her.“ In ihrem Atelier entstehen Bilder voller Lebensfreude und Hintersinn, denn Plastik, Spielzeug, Nippes wird bei Stephanie Homa Kunstobjekt und auf die Leinwand gebannt.

Es sind Bilder, die Alltägliches und Traumhaftes vermischen und so zum Nachdenken anregen. Damit ist sie erfolgreich. Mittlerweile werden für „Super Future Kids“ vierstellige Beträge gezahlt. Aktuell ist der 37-Jährigen auch der Sprung über den großen Teich gelungen. Ihre Bilder werden auf dem US-Markt massiv nachgefragt.

„Es gibt auch Anfragen aus Deutschland, die stehen aber in keinem Vergleich zu den USA“, sagt sie. In den nächsten zwei Jahren stehen dort auch schon etliche Gruppen und Einzelausstellungen an. „Super Future Kids“ Lebensmittelpunkt bleibt aber London. Trotzdem hat sie die Heimat nicht vergessen. Zweimal im Jahr ist sie in Genthin und freut sich, das vertraute Umfeld der Kindertage wiederzusehen.

Wie aus den eigenen Bildern entstiegen

Zur perfekt mit Rollschuhmädchen, Tänzern und Travestiekünstlern inszenierten Eröffnung der Schau in Dresden war Stephanie gemeinsam mit ihrer Mutter Marion Homa angereist. Sie sagt über ihre Tochter: „Steffis Bilder sind natürlich sehr speziell, aber wir in der Familie bewundern sie alle.“

Auch in der Elbestadt kommt die Künstlerin an. „Ich mag die junge Dame“, sagt Galerist Holger John. „Mit ihren rosa gefärbten Haaren und den bunten Klamotten sieht sie aus, als wäre sie gerade selbst ihren Bildern entstiegen“, sagt er mit durchaus bewundernder Anerkennung.

Unbekümmerte Kunst

Vielleicht eint die beiden Kunstschaffenden auch die Unbekümmertheit. „Super Future Kid“ hat kein Problem damit, Westernheld Clint Eastwood mit rauchenden Augen in ihr typisches bonbonfarbenes Gewand zu packen. Dieser hängt nun in unmittelbarer Nähe eines Jane-Fonda-Porträts von Andy Warhol, in guter Nachbarschaft zu einem Schablonendruck auf Pappe von Banksy.

Galerist John mischt in seiner 45. von ihm organisierten Ausstellung, weltbekannte Werke mit denen von aufstrebenden Künstlern der Jetztzeit. „Natürlich ist das eine Provokation“, sagt er. Dafür sei Kunst schließlich auch da. Er wolle, dass über Kunst, Kommerz und Konzepte diskutiert werde. So sei auch der Titel „Die Unbegabten“ zu verstehen. „Es ist ein Wortspiel, dass ebenfalls zum Nachdenken und zur Debatte anregen soll.“

Böse Zungen würden behaupten, die ausgestellten Künstler könnten nichts. „Ich meine aber, sie alle haben aus etwas Banalem etwas Großartiges geschaffen.“

Letztlich ist die Schau nicht nur ein gelungener Versuch alte und neue meister der Populärkultur zusammenzuführen, sondern auch ein breites Publikum anzusprechen. Mehr als 50 Werke, alles Originale, Leihgaben aus privaten Kunstsammlungen, sind bis zum 18. November 2018 zu sehen.

Die Galerie befindet sich im Dresdener Barockviertel (Rähnitzgasse 17) und ist täglich von 14-19 Uhr geöffnet. Mehr unter finden hier und hier.