Genthin l Wenn sich die Erfahrungen der Vorjahre bestätigen und in den Wochen nach Weihnachten und dem Jahreswechsel ein großer Besucher-Ansturm in der Schwimmhalle einsetzt, sollte die städtische Einrichtung personell gut aufgestellt sein. Doch das wird schwierig. Auch wenn bis auf Weiteres die geänderten und erweiterten Öffnungszeiten der Schwimmhalle weiter Bestand haben, wie Sachgebietsleiter Peter Knobel auf Anfrage der Volksstimme bestätigte.

Diese neuen, um einige Stunden verlängerte Öffnungszeiten waren erst vor gut vier Wochen, am 4. November, in Kraft getreten. Nach einer vorangegangenen Änderung im Sommer konnte damit eine stundenweise Korrektur im Interesse der Badegäste vorgenommen werden. Dass es in absehbarer Zeit noch einmal gelingen wird, mit neuen Öffnungszeiten den Schwimmhallen-Nutzern weiter entgegenzukommen, ist relativ unwahrscheinlich.

Stellenausschreibung blieb erfolglos

Die Lücke, die ein krankheitsbedingter Ausfall eines Mitarbeiters mit einem Rettungsschwimmer-Schein reißt, kann zurzeit nicht geschlossen werden. Diese Arbeit müssen zwei verbleibende Mitarbeiter langfristig schultern. Um gegen zu steuern, gibt es für die Verwaltung derzeit nur wenige Alternativen. Dabei kassierte die Stadt Rückschläge: Eine Ausschreibung für eine befristete Stelle zur Überbrückung führte nicht zum Erfolg. Die Stellenausschreibung ist auch nicht mehr auf der Internetseite der Stadt Genthin zu finden.

Eine weitere Option besteht darin, mit Mitgliedern der Genthiner Ortsgruppe der Deutschen-Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) den personellen Engpass zumindest zeitweise abzufedern. Dazu sei laut Peter Knobel eine Anfrage an die Ortsgruppe der DLRG gestellt worden.

Keine so gute Reaktion

Die Reaktion der DLRG-Ortsgruppe auf die Anfrage der Stadt fällt bisher verhalten aus.

„Wir werden uns einer solchen Bitte grundsätzlich nicht verschließen“, sagte DLRG-Ortsgruppenchef Ingo Bernau am Freitag gegenüber der Volksstimme.

Aufwand für Ehrenamtler

Doch es sei schwierig, einen solchen Einsatz für Ehrenamtler zu koordinieren. Die Rettungsschwimmer seien durchweg berufstätig, zum Teil auch auswärts, gibt Ingo Bernau zu bedenken. Etwa acht Rettungsschwimmer aus den Reihen der DLRG kämen für einen überbrückenden Einsatz in der Schwimmhalle theoretisch in Frage.

Auf Dauer, daran lässt Ingo Bernau allerdings auch keinen Zweifel, könnten auch die DLRG-Ortsgruppe den Ausfall eines Schwimmhallen-Mitarbeiters nicht kompensieren. Zumal die Rettungsschwimmer dann wieder den Badebetrieb am Zabakucker See abzusichern haben

Keine Angaben zu Folgen

Eine Zusammenarbeit zwischen Stadt und DLRG ist in Genthin nicht neu und durchaus üblich. Die Übernahme von Diensten in der Schwimmhalle durch die Genthiner Rettungsschwimmer reicht zurück bis in die Amtszeiten der Bürgermeister Wolfgang Bernicke und Thomas Barz. Zumeist zeichneten die DLRG-Mitglieder für Dienste an Wochenenden oder in den Abendstunden verantwortlich.

Darüber, in welchem Maße sich die Einschränkungen der Öffnungszeiten auf die Besucherzahlen und damit auf die Einnahmesituation auswirken, gibt es Peter Knobel zufolge noch keine verlässlichen Angaben. Das sei auch darin begründet, dass viele Schwimmhallen-Besucher Zehnerkarten benutzten.

Besucherverlust als Risiko

Die Forderungen nach verlängerten Öffnungszeiten verstummen auch auf dem politischen Parkett nicht.

Stadtrat Horst Leiste (SPD) signalierte in verschiedenen Sitzungen von Ausschüssen und im Stadtrat dringenden Handlungsbedarf.

„Ansonsten bleiben die Besucher weg und die Stadt verliert weiter Einnahmen, irgendwann wird wieder über die Schließung der Halle diskutiert.“