Genthin l Die kleine Parkanlage an der Bahnhofstraße hat den Sommer mehr oder weniger unangetastet überstanden. Nur das Rattern eines Rasenmähers störte hin und wieder die beschauliche Ruhe in diesem Bereich. Dass an dieser Stelle nach wie vor der Bau von Parkplätzen geplant sein soll, scheint gegenwärtig in weite Ferne gerückt zu sein.

Ein Trugschluss.

Das Vorhaben ist auch nach einer mehr als einjährigen Pause nicht eingeschlafen, wie man annehmen könnte.

Rückblende: Ein öffentlicher Aufschrei ging im Frühjahr vergangenen Jahres durch Genthin, als bekannt wurde, dass Teile der Grünanlage als Parkflächen hergerichtet werden sollen. Hintergrund ist der durchaus vorhandene und nachgewiesene Mangel an bahnhofsnahen Parkflächen für Pendler, die die Bahn für ihren Arbeitsweg in Richtung Magdeburg oder Berlin nutzen.

Variante mitten in der Grünfläche

Das Ingenieurbüro Spiegler aus Burg präsentierte seinerzeit dem zuständigen Fachausschuss zwei Varianten eines zukünftigen Parkplatzes, die sich lediglich nach der Ausrichtung der Parkplätze unterschieden.

Grundsätzlich sollte der Parkplatz im vorderen Bereich der jetzigen Grünflächen angesiedelt sein und Platz für 22 Fahrzeuge bieten. Etwa ein Viertel der gegenwärtigen Grünfläche sollte nach dieser Planung dem Parkplatzvorhaben weichen. Die Planungsvarianten des Ingenieurbüros stießen jedoch sowohl in der Genthiner Öffentlichkeit als auch im Fachausschuss auf massive Ablehnung. Eine Unterschriftensammlung machte Front gegen das Vorhaben.

Dafür setzte sich ein Vorschlag durch, den Gerd Mangelsdorf (CDU) dem Bau- und Vergabeausschuss als zuständigem Fachausschuss unterbreitete.

Einigkeit bei neuer Variante

Mangelsdorfs Alternativpapier verwarf die Varianten der Planer, Parkplätze mitten in der Grünanlage des angrenzenden Parkes anzulegen. Er überraschte mit einer sogenannten „Stummellösung“. Sie geht davon aus, unter Abriss des Kiosks - parallel zur Poststraße - eine Fläche zur Anlage von Parkplätzen zu nutzen.

Zudem schlug Gerd Mangelsdorf vor, den östlichen Gehweg im abgetrennten Fahrbahntunnel der Poststraße, gegenüber dem Tunneleingang, ebenso als Parkfläche einzurichten.

Bei diesem Sachstand blieb es offensichtlich für etliche Monate, zumindest bei einer oberflächlichen Wahrnehmung.

Nach dieser Diskussion habe es der Planer abgelehnt, das Parkplatzprojekt in der Mangelsdorf-Variante weiter zu begleiten, so dass sich die Stadt nach einem neuen Planungsbüro umschauen musste, versucht Dagmar Turian von der Stadtverwaltung die längere Funkstille zu erklären.

Nach einer Ausschreibung sei nun ein neues Ingenieurbüro aus Poritz (Landkreis Stendal) gefunden worden, das sich mit der weiteren Planung befassen werde. Vor wenigen Tagen sei ein entsprechender Vertrag unterzeichnet worden, bestätigte die Fachbereichsleiterin auf Volksstimme-Anfrage.

Spannend bleibt, wie der Planer die praktische Umsetzung der „Stummelvariante“ aus fachlicher Sicht beurteilt. Dagmar Turian geht davon aus, dass der Planer im Oktober dem Fachausschuss erste Überlegungen für die Umsetzung des Vorhabens vorstellen wird.

Vor gut einem Jahr waren Kosten in Höhe von 80 000 bis 90 000 Euro für das Vorhaben im Gespräch.