Genthin/Brandenburg l „Wir haben eine große Unterstützung erfahren, das freut uns sehr“, äußert sich Wolfgang Unger, Vorsitzender des Vereins Historischer Hafen Brandenburg, mit sichtlichem Stolz. Der Verein betreibt in Brandenburg an der Havel eine Flotte mit historischen Schiffen, die in Eigenleistung erhalten werden.

Spendenaktion läuft

Derzeit läuft eine Spendenaktion im Internet, mit deren Erlösen die historische Antriebswelle des Schleppdampfers Luise wieder flott gemacht werden soll. Der Dampfer ist den Genthinern von seinem letzten Werftbesuch in der Kanalstadt bekannt.

Vor drei Jahren wurde er hier aufgeslippt, gereinigt und sandgestrahlt. Risse und Schäden wurden geschweißt und mehrere Farbschichten aufgetragen. Auf diese Weise wurde die Außenhaut des Schiffes langfristig korrosionsbeständig gemacht. „Das war eine ganz wichtige Sache, die wir in Eigenleistung nicht hätten schaffen können“, berichtete der Vereinschef. Bereits bei diesen Arbeiten kamen Sponsorengelder zum Einsatz.

Finanzierung ist gesichert

Um für die Arbeiten an der Antriebswelle das nötige Geld zu sammeln, ist man diesmal den Weg des sogenannten Crowdfundings im Internet gegangen. Dahinter verbirgt sich eine Spendensammlung, bei der viele Kleinbeträge aus privater Hand ein Großprojekt finanzieren. Oft wird diese Form des Geldsammelns für unabhängige Film- und Kunstprojekte verwendet. „Für uns war das auch Neuland, aber es hat funktioniert“, freut sich Schatzmeister Torsten Kirchhoff.

Denn seit wenigen Wochen sind die angepeilten 2000 Euro im Finanzsäckel. „Da die Aktion noch nicht beendet ist, konnten wir den Betrag noch mehr als verdoppeln“, fügt Wolfgang Unger hinzu. Am Wochenende waren es mehr als 4200 Euro. Das Geld wird für die anstehenden Arbeiten durchaus benötigt.

Umfängliche Sanierung

„Laut Kostenvoranschlag der SET-Werft Genthin werden für die Grundinstandsetzung der Antriebswelle insgesamt 6000 Euro benötigt. Neben dieser müssen noch das Seeventil und das Barkholz saniert werden“, heißt es in der Projektbeschreibung.

 

Daher sind weitere Projektunterstützer willkommen, die noch bis zum 23. Juli spenden können. Da das Projekt zu 100 Prozent finanziert ist, kann bereits jetzt von einer Umsetzung im kommenden Jahr ausgegangen werden.

Der Zeitplan sieht vor, dass im Jahr 2018 die „Luise“ von Brandenburg nach Genthin in die Werft überführt wird, damit die geplanten Arbeiten hier von den Fachleuten durchgeführt werden können. Übrigens ist dies dann eine doppelte Rückkehr, denn 1910 wurde es für den Eigner Koch & Schultze aus Mützel auf der Brandenburger Wiemann-Werft gebaut. So legen es historischen Papiere nahe.

Mitstreiter gesucht

Auch diese geschichtliche Aufarbeitung haben sich die derzeit 34 Mitglieder des Hafenvereins zur Aufgabe gemacht. Dabei könne man weitere Mitstreiter immer gut gebrauchen. „Die ‚Luise‘ zeigt, dass wir auch im Jerichower Land verankert sind, zudem sind wir mit der hervorragenden Arbeit der Werftmitarbeiter mit Genthin verbunden.“ Unger würde sich über Vereinszuwachs aus der Kanalstadt daher freuen. „Wer bei uns mitmachen möchte, kann sich einfach melden.

Informationen zum Verein und zur laufenden Spendenaktion gibt es unter www.historischer-hafen-brandenburg.de