Ferchland/Tangermünde l „Keiner weiß, in welchem Zustand sich die Fähre befindet“, sagt Thomas Barz, Mitglied im CDU-Kreisvorstand Jerichower Land. Aus diesem Grund wurde die Fähre Ferchland-Grieben vom Industriehafen Magdeburg zur SET-Werft Tangermünde gefahren, dort auf Land geholt und wird jetzt durch Schiffbauingenieure begutachtet. Mit seinen Aussagen bringt der ehemalige Genthiner Bürgermeister die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft „Elbe“ (AG Elbe) auf Stand. Dieser Gruppe gehören Bundestagsabgeordnete an, deren Wahlkreis die Elbe durchströmt, berührt oder schneidet.

Sich in Tangermünde und am Fähranleger Ferchland mit ihnen zu treffen und gemeinsam über Probleme in, an und mit der Elbe zu sprechen, war das Ansinnen des örtlichen Bundestagsabgeordneten Manfred Behrens (CDU). Erst einmal sollten die technischen Belange für die aktuelle Fähre geklärt werden um erst im nächsten Schritt über ein Betreibermodell zu sprechen, so Barz: „Dazu wird unter anderem die Wanddicke des Schiffsköpers untersucht und die Antriebe überprüft.“

In die Jahre gekommen

Es sei ein offenes Geheimnis, dass die Motoren in die Jahre gekommen sind und Ersatzteile dafür schwer zu beschaffen seien. Wenn Technik und Betreibung geklärt sind, so Barz weiter, dann müsste nicht nur bis in das kommende Jahr geschaut werden, „sondern welche langfristige Lösung gefahren werden kann“. Das sei aber nicht innerhalb kurzer Zeit zu bewerkstelligen. „Die Gemeinde Elbe-Parey hat eine Entscheidung getroffen“, fasst Barz zusammen und „die haben wir zu akzeptieren“.

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Als ehemaliger Bürgermeister von Genthin wisse er, dass Infrastruktur Geld kostet, sei es eine Straße, eine Brücke oder eine Fähre. „Leider wurde der Vorschlag unserer Fraktion, die Fähre ein weiteres Vierteljahr zu betreiben, überhaupt nicht beachtet“, informiert Gemeinderatsmitglied Julius Haacke von der überparteilichen Fraktion Elbe-Parey. Die Betriebserlaubnis der Fähre erlosch zum 30. Juni, hätte jedoch für ein weiteres halbes Jahr erhalten bleiben können – wenn dann ein verbindlicher Termin zur Landrevision beantragt worden wäre. In dem Vierteljahr hätte vieles geklärt und auf den Weg gebracht werden können, so Haacke, stattdessen hielt die Gemeindevertretung an dem Juni-Termin fest.

Der Bundestagsabgeordnete Behrens sprach sich beim Vor-Ort-Termin für eine Betreibergesellschaft privaten Rechts aus, weil, wie er sagt, dann Fördermittel des Bundes fließen könnten. „Um ein langfristiges Konzept für die Gemeinde Elbe-Parey zu abzusichern, ist es wichtig, dass Bundesmittel in Anspruch genommen werden“, betont Manfred Behrens. Zur Arbeitsgemeinschaft „Elbe“ sagte der Politiker, dass die Zusammenarbeit der Elbanrainer in Sachen Hochwasserschutz, als auch bei kulturellen oder Tourismusfragen unerlässlich sei. Dazu gehöre die Stärkung der Binnenschifffahrt, die Nutzung der Bundeswasserstraße Elbe im Gesamtblick der wirtschaftlichen Entwicklung und der Erhaltung des Naturraums Elbe.