Genthin l „Hier ist das Parken am Straßenrand nicht erlaubt, aber heute drücken wir ein Auge zu“, machten die Regionalbereichsbeamten Michael Kliemann und Heiko Möhring am Montag alle Eltern aufmerksam, die ihre Kinder mit dem Auto in die Uhland-Grundschule brachten und falsch anhielten.

Sicherheit der Grundschüler im Blick

Die Aktion „Sicherer Schulweg“ stand am ersten Schultag für die Erstklässler im Mittelpunkt der Arbeit mit den beiden Polizeihauptmeistern. Sollten die neuen Abc-Schützen zwischen den parkenden Fahrzeugen hervor gelaufen kommen, könnten fahrende Autos nicht mehr rechtzeitig anhalten.

Zudem werde die Straße zu eng für den Gegenverkehr. Auch die Geschwindigkeit der Autos dürfe in diesem Bereich nur gering sein, so Möhring. So achteten die Polizisten darauf, dass in der Guerickestraße nicht zu schnell gefahren wurde: „Hier ist nur Schrittgeschwindigkeit erlaubt“, mussten sich daher manch eilige Eltern belehren lassen. „Wir wollten rechtzeitig in der Schule sein“, war eine häufige Antwort, die die Beamten nicht gelten ließen.

Infozettel für Eltern

„Dann stehen Sie früher auf und planen mehr Zeit ein“, blieb Heiko Möhring streng. Unterstützt wurden die Polizisten von Hannes Haberstroh und Damon Wolff, Hortkinder der Grundschule. „Wir verteilen Infozettel, auf denen steht, dass die Autofahrer zum Schulanfang besonders aufpassen müssen, wenn Kinder unterwegs sind“, erklärte Damon die Aufgabe.

Ihre Arbeit machten die Jungs so gut, dass sich mancher Erwachsener trotz morgendlichen Stresses kurz Zeit für ein Gespräch mit beiden nahm – mit durchaus erzieherischem Effekt für die Erwachsenen. Die Jungs konnten die Sicht der Kinder schildern, die einen kleineren Blickwinkel haben als Erwachsene und noch ungeübt im Straßenverkehr sind. „Wir können auch die Geschwindigkeit von Autos nicht immer richtig einschätzen“, machte Hannes auf ein weiteres Problem aufmerksam. Für die Polizisten war der Job vor Beginn der Schulstunde eine wichtige Aufgabe zum Schuljahresbeginn.

„Die Leute sind durchaus bereit, darauf zu achten, wo sie ihre Kinder vor der Schule absetzen können – wenn wir sie auf bestimmte Gefahren aufmerksam machen“, befand Heiko Möhring.

Vier Jahre im Einsatz

Regionalbereichsbeamte wie Kliemann und Möhring gibt es seit vier Jahren in Sachsen-Anhalt. „Wir zeigen Präsenz und sind Ansprechpartner für die Bürger“, umrissen sie kurz ihre Aufgaben. Kriminalprävention und Eigenheim-Sicherheitsberatung sind nur zwei der zahlreichen Aufgaben.

Auch die Strafverfolgung, etwa nach Einbrüchen, gehört zu den Aufgaben der Bereichsbeamten dazu. „Vor einigen Jahren waren wir im Falle der Tageswohnungseinbrüche in Tucheim erfolgreich und konnten die Täter stellen.“ Auch die Zusammenarbeit mit Behörden gehört zum Arbeitsfeld der Beamten.

Präsenz gewährleistet

Bei den Jüngeren sind die Polizisten besonders durch den Fahrrad-TÜV, bei dem die Räder der Schulkinder auf ihre Verkehrssicherheit geprüft werden, bekannt. „Damit sind wir bald wieder an der Uhlandschule, so Kliemann.“

Die Regionalbereichsbeamten waren 2014 im Zuge einer Strukturreform eingesetzt worden. In vielen Orten wurde Personal abgebaut oder Revierstationen aufgelöst. Die Präsenz der Polizei sollte mit den damals neuen Beamten gewährleistet werden. 16 Regionalbereichsbeamte sind mittlerweile in den Gemeinden im Jerichower Land im Einsatz.