Genthin l “Puh“, stöhnen die Schüler der Bühnen-Schulklasse, müssen sie doch ein Gedicht von einem Berliner Dichter lernen. Der Dichter ist Theodor Fontane, dessen Geburtstag sich in diesem Jahr zum 200. Mal jährt und das Gedicht ist „John Maynard“, ein Steuermann eines Schiffes, der unter Einsatz seines Lebens Passagiere und Besatzung rettet. Erst als sich die Bühnenklasse mittels Smartphone näher mit Leben und Werk beschäftigen, merken sie was für ein vielfältiges Œuvre Fontane hinterlassen hat. An dieser Stelle beginnt ein Spiel im Spiel. Die Schüler verfolgen gebannt wie Figuren aus Gedichten und Romanen lebendig werden.

Effi Briest darf nicht fehlen

Da wispert es „wiste ‚ne Beer“ und der berühmte Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland steht nebst Birnbaum auf der Bühne. Auch Grete Minde aus Tangermünde geht es an den Kragen und natürlich darf auch Effi Briest nebst Zerbener Bezug nicht fehlen. In pfiffiger Kostümierung und leichter Inszenierung bringt die junge Darstellerriege den Dichter näher. „Theodor Fontane ist Teil des Unterrichtes und natürlich ein sehr dankbares Thema, da wir mitten Fontane-Jahr sind und er viel mit unserer unmittelbaren Region zu tun hat“, erklärt Lehrerin Andrea Kampe, die das Stück mit den Schülern auf die Beine gestellt hat.

Ergebnis der schulischen Arbeit, war zunächst ein ansprechender Band über Leben und Werk des Schriftstellers. Privates wie auch geschichtliche Hintergründe sind darin herausgearbeitet worden. Gleichzeitig entstanden Ideen zu einem Bühnenstück, dessen Szenen außerhalb der Schulzeit zu einer großen Aufführung zusammengefügt worden.

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Großes Selbstbewusstsein

Spannend bei dem Stück: „Schüler der siebten und der zwölften Klassen stehen gemeinsam auf der Bühne“, macht Andrea Kampe neugierig auf die Aufführung. Dabei zeigt sich immer wieder ein großes Selbstbewusstsein der jüngeren, die pfiffig mit den historischen Zeilen umgehen. „Schwer zu sprechen sind die Texte nicht, aber es gibt einige altertümliche Wörter wie Pantinen und Büdner, die wir heute nicht mehr benutzen“, meint etwa Josephina Eckert.

Auch die Darsteller der modernen Schulklasse, allesamt aus dem Abiturjahrgang müssen sich konzentrieren. „Der Text ist zwar nahe an unserer Sprache, aber wenn ich meinen Einsatz verpasse, können die anderen nicht reagieren“, hat Kilian Linsdorf bemerkt, der den Lehrer spielt.

Text nicht immer einfach

„Es ist nicht immer ein ganz einfacher Text, da wir auch längere Passagen sprechen müssen“, fügt Angelique Gorgas hinzu. Für Marie Claire Mahr ist aber gerade dieses abwechselnde Sprechen spannend: „Wir müssen uns sehr aufeinander konzentrieren, damit es keine Pausen gibt.“

Letztlich gibt es zur Sicherung auch die Souffleusen am Bühnenrand. Aber dennoch heißt es nach der letzten Probe zum Wochenanfang nun: „Text üben, üben, üben.“ bei der Uraufführung zur Versammlung des Fördervereins hat die Aufführung schon einmal bestens geklappt. Am kommenden Freitag (8. November 2019) muss das Ensemble gleich zweimal ran.

Morgens gibt es einen Auftritt für die Mitschüler und nachmittags um 15.30 Uhr für die Öffentlichkeit in der Aula in Haus III. Das Zusehen ist kostenlos, Spenden gehen in die Abikasse.

Anmeldung

Das Gymnasium bittet um eine Anmeldung im Sekretariat unter 03933/3779 um die Bestuhlung der Aula planen zu können.