Genthin/Gladau l Der sogenannte Vorentwurf der Änderung des Flächennutzungsplanes in Gladau wird in der Stadtverwaltung ausgelegt. „Damit wird die Öffentlichkeit, so wie es im Baugesetzbuch vorgegeben ist, beteiligt“, erläuterte kürzlich Baufachbereichsleiterin Dagmar Turian im Stadtrat. Die Pläne liegen ab dem 19. Dezember 2018 für Interessierte im Rathaus aus.

Die Veröffentlichung der Unterlagen findet im Zusammenhang mit der vom Betreiber LFD-Holding geplanten Erweiterung der Schweinezuchtanlage in Gladau statt.

Die Räte hatten die Veröffentlichung der Unterlagen, kürzlich mit Mehrheit auf den Weg gebracht. „Es handelt sich hierbei nur um einen formellen Beschluss, keine inhaltliche Beratung“, hatte Dagmar Turian auf einen Einwand des Gladauer Ortschefs und Stadtrates Klaus Voth (CDU) reagiert. Voth hatte die fehlende Vorberatung des Antrages im Bauausschuss kritisiert.

„Der Beschluss hat dort nicht vorgelegen, ich rüge das an dieser Stelle“, sagte Voth und forderte, den Antrag in den Bauausschuss zu verweisen. Allerdings sei das nicht notwendig, so die Baufachbereichsleiterin. „Mit dem aktuellen Beschluss wird eine Entscheidung vorangetrieben, die der Stadtrat bereits im Sommer getroffen hat.“

Kontroverse Diskussion im Sommer

Im Juni hatten die Stadträte Entscheidungen zu mehreren vorhabenbezogenen Bebauungs- und Flächennutzungsplänen auf den Weg gebracht und damit die Möglichkeit geschaffen, dass der Betreiber der Schweinezuchtanlage, die LFD-Holding, die Anlage erweitern kann.

Unter anderem ist dafür die Ausweitung des Gewerbegebietes vorgesehen. Die LFD-Holdig beabsichtigt, zukünftig den Tierbestand auf 9750 Sauen plus Nachzucht festzuschreiben und avisiert damit eine Zahl an Tierplätzen, die etwa 25 Prozent über der derzeit genehmigten liegt. Das zieht höhere Gülle- und Transportaufkommen nach sich. Das Unternehmen hatte vor der Stadtratsentscheidung immer wieder für die Erweiterung geworben.

Dafür stand Geschäftsführer Jörn F. Göbert in verschiedenen Gremien, auch im Ortschafts- und im Stadtrat Rede und Antwort und kündigte unter anderem an, alle zukünftig betriebenen Ställe mit Abluftreinigung auszustatten, um so die Geruchsbelastungen für Gladau deutlich zu minimieren. Für den Gülletransport sollen zukünftig ausschließlich Sattelschlepper eingesetzt werden.

Kritik und Zustimmung

Die Debatte wurde im Sommer kontrovers geführt, bevor die Entscheidung fiel. Kritisch zu den Plänen äußerte sich schon damals Klaus Voth: „Wir haben in Gladau nichts gegen die Schweinezucht in der jetzigen Form, sondern sind gegen die Erweiterung.“

Lutz Nitz (Bündnis 90/Grüne), befürchtete eine Mehrbelastung im Hinblick auf Umwelt und Lärm der Gladauer. Für die Beschlüsse positionierte sich seinerzeit die SPD. Helmut Halupka machte deutlich: „Ich befürworte den B-Plan.“

Stellungnahmen möglich

Wie sich dieser im Detail darstellt, können Interessierte bis zum 31. Januar 2019 in der Stadtverwaltung Genthin im Baufachbereich, Raum 1.05 einsehen. Ausgelegt sind etwa die Vorentwürfe der Plankarten, sowie der Vorentwurf zum Umweltbericht.

Die Unterlagen können, so die Stadtverwaltung von jedermann eingesehen werden. Während der Auslegungdauer können zudem Stellungnahmen mündlich oder schriftlich im Fachbereich abgegeben werden.

Im Internet sind die Unterlagen zu finden.