Spende aus Wulkow Senioren unterstützen Hospiz- und Trauerarbeit
In Wulkow wird das Sparschwein der Senioren für den guten Zweck geschlachtet. Sie unterstützen die Arbeit des Stendaler Hospizes und den Ambulanten Hospizdienst Genthin-Jerichow-Havelberg.

Wulkow - Jeden dritten Mittwochnachmittag im Monat ist in Kleinwulkow Kaffeezeit im Dorfgemeinschaftshaus angesagt. Jetzt gab es besonderen Besuch und eine Spendenübergabe.
Es reisen Hohenbelliner, Altbelliner, Havemarker und Großwulkower an, so dass die Parkplätze vor dem Gebäude knapp werden. „Wir wollen hier den älteren Leuten die Möglichkeit geben, sich auszutauschen und miteinander ins Gespräch zu kommen“, sagt Heike Ostrowski vom Wulkower Heimatverein, der diese Treffen organisiert. Die große Resonanz sei eine Bestätigung dessen, dass das Angebot im Leben einer kleinen Ortschaft einen wichtigen Platz hat.
Bei den Treffen sei es üblich, dass die Seniorinnen und Senioren selbstgebackenen Kuchen mitbringen. Wer nichts für die Kaffeetafel beisteuern kann, füttert zum Ausgleich in der Regel ein bereitstehendes Sparschwein mit einem kleinen Geldbetrag. Dieses Sparschwein wurde jetzt für einen guten Zweck geplündert.
So überreichte Heike Ostrowski einen symbolischen Spendenscheck über einen dreistelligen Euro-Betrag für das Evangelische Hospiz Stendal. Er wurde entgegengenommen von Jerichows Pfarrerin Rebekka Prozell, die im Stendaler Hospiz die theologische und seelsorgerische Arbeit verantwortet, und Nadine Albert vom Ambulanten Hospizdienst Genthin-Jerichow-Havelberg.
Projekte der Hospizarbeit werden vorgestellt
Zuvor hatten die beiden Gäste verschiedene Projekte vorgestellt, unter anderem die Projektwoche „Hospiz macht Schule“ für Dritt- und Viertklässler sowie Kurse im Zuge des Bildungskonzeptes „Letzte Hilfe für Kinder“. Die Gäste berichteten zudem über die Arbeit ehrenamtlicher Sterbebegleiter, die durch den ambulanten Hospizdienst ausgebildet und eingesetzt werden.
Ehrenamtler unterstützen und begleiten Schwerkranke, Sterbende und deren Angehörige zu Hause, im Heim oder im Krankenhaus. Sie kommen ebenso beim ambulanten Kinderhospizdienst zum Einsatz und stehen dann den Familien zur Seite. Mit ihrer Spende wollen die Wulkower Senioren Trauerarbeit, die größtenteils nicht gefördert wird, finanziell unterstützen.
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Spenden blieben bei der monatlichen Kaffeerunde bisher eher eine Ausnahme. Hin und wieder würden Vorträge organisiert, sagt Heike Ostrowski. Zu Enkeltricks klärte die Polizei auf, es gab eine Filmvorführung zur Tee-Dynastie Wernicke, die ihre familiären Wurzeln in Kleinwulkow hat, wo auch seit Neuestem eine Straße nach ihr benannt ist.
„Wir wollen die Senioren nicht einfach nur bespaßen, wir wollen sie zusammenbringen und am öffentlichen Leben teilhaben lassen“, formuliert Heike Ostrowski den Anspruch der Wulkower Kaffee-Nachmittage.