Freiwillige Feuerwehr Bindfelde Seit 20 Jahren Seite an Seite: Wie Freundschaft und Führung die Feuerwehr Bindfelde stark macht
Jens Bordel und Michael Behrends leiten gemeinsam die Feuerwehr Bindfelde. Das ist ihr Erfolgsrezept.

Bindfelde - Nicht nur als Wehrleiter-Duo, sondern als beste Freunde sind die zwei Bindfelder ein unschlagbares Team: Jens Bordel und Michael Behrends. Wie die beiden es schaffen, ihre 32 Kameradinnen und Kameraden zu motivieren und zusammenzuhalten.
„Ich bin stolz auf die Leute, die ich in meiner Wehr habe. Wir sind wie eine Familie“, sagt Jens Bordel, der seit 25 Jahren Ortswehrleiter in Bindfelde ist. Nach der Jahreshauptversammlung sitzt er mit seinen Kameraden beim Essen zusammen. Die Bindfelder Feuerwehrleute treffen sich regelmäßig – früher im Gasthaus Sievert, später spontan zum Kaffee, einem Grillabend oder Frühschoppen am ersten Weihnachtsfeiertag am Gerätehaus. „Corona hat uns etwas zurückgeworfen. Da haben einige gemerkt, es geht auch ohne Feuerwehr, und haben andere Prioritäten gesetzt“, sagt Jens Bordel.
Verdienstorden des Landes Sachsen-Anhalt für Jens Bordel
Wenn der 56-Jährige nicht gerade Spätschicht hat, trinkt er nachmittags mit Michael Behrends, der seit 20 Jahren sein Stellvertreter ist, Kaffee. Gemeinsam haben sie schon viel erlebt, feiern zusammen und verbringen jedes Jahr Pfingsten auf dem Zeltplatz. Die Aufgabenverteilung in der Wehrleitung ist klar: Michael Behrends übernimmt die Logistik samt Essen und Getränken. Jens Bordel kümmert sich um die Ausbildung und Dienstabende seiner Kameraden.
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„Wir haben immer an einem Strang gezogen“, sagt Michael Behrends. Seit zehn Jahren ist auch die Frau des 51-Jährigen, Susanne Behrends, in der Feuerwehr. „Eigentlich wollte ich nur die Frauengruppe unterstützen“, berichtet sie. Doch schnell wurde sie Einsatzkraft und rückt seitdem mit aus. Der Stendaler Stadtwehrleiter Martin Jurga hat sie für ihre zehnjährige Mitgliedschaft geehrt.
„Mein Highlight war 2016, als ich den Verdienstorden des Landes Sachsen-Anhalt in Silber bekommen habe“, sagt Jens Bordel. „Da war ich richtig gerührt.“ Der damalige Stadtwehrleiter Michael Geffers hatte ihn überrascht. In Begleitung seiner Kameradin Sabrina Nitschke ging es nach Magdeburg. Dort überreichte ihm der damalige Innenminister Holger Stahlknecht die Auszeichnung.
Feuerwehreinsätze in Bindfelde
In seinem ersten Jahresbericht 2001 blickte der Ortswehrleiter auf sieben Einsätze für die Bindfelder zurück. Von der Ölspur über Tierrettung, Wasserrohrbruch, Sturmschaden und Brand war eine große Bandbreite abgedeckt.
Jens Bordel erinnert sich noch an die Brandstifterserie in Stendal 2005/2006, bei der er häufig ausrückte, einen Brand, bei dem 2008 eine Scheune abbrannte, einen großen Waldbrand 2013, den 25 Feuerwehren löschten, und 2015 retten sie bei einem Garagenbrand ein Strohlager. Manchmal kamen Angehörige oder Dorfbewohner und haben Kaffee und Plätzchen zur Einsatzstelle gebracht. „Das klappt in Bindfelde“, sagt er mit einem Augenzwinkern.
18 Einsätze 2025 für die Feuerwehr Bindfelde
Von den 18 Einsätzen im Jahr 2025 ist dem Bindfelder Ortswehrleiter einer besonders in Erinnerung geblieben: ein Verkehrsunfall auf der Bahnbrücke Arnimer Damm am 4. Februar, bei dem eine Autofahrerin ihr Leben verlor. „Das war das Schlimmste, was ich bis jetzt gesehen habe.“
Zudem retteten die Bindfelder im Januar einen Schwan von der B188. Sie löschten am 31. Januar einen Laubenbrand in Stendal, am 7. März einen Böschungsbrand an der Bahnstrecke Richtung Magdeburg und am 23. März das Feuer im Toom-Baumarkt sowie am 5. Oktober ein Gebäude an der Heerener Straße in Stendal.
In 37 weiteren Einsätzen war die Fachkompetenz von Jens Bordel als Einsatzleiter im Stendaler Stadtgebiet gefragt. In den meisten Fällen unterstützte ihn dabei seine Kameradin Babette Sengespeik.
Spaß bei der Ausbildung bei der Feuerwehr Stendal
Für Spaß und Herausforderung bei der Ausbildung ist ebenfalls gesorgt. Damit seine Kameradinnen und Kameraden unter realistischen Bedingungen üben können, überlegte sich Jens Bordel viele praktische Übungen. 2025 simulierte ein Szenario den Brand eines riesigen Kuhstalls in Bindfelde, aus dem noch Personen gerettet werden mussten.
Als Jens Bordel die Führung der freiwilligen Feuerwehr übernahm, waren es 22 aktive Mitglieder. Seitdem ist die Zahl nahezu konstant geblieben und liegt 2025 bei 20. Während es 2001 noch 14 Jugendliche waren, sind es 2025 vier. „Viele von ihnen konnten wir in die Einsatzabteilung übernehmen“, sagt er und lächelt. Heute bilden Sabrina Nitschke, Laila Nitschke und Benjamin Rabe mit viel Engagement den Nachwuchs aus.
„Wenn ich mir was wünschen könnte, wäre es, dass der eine oder andere mehr in die Jugendfeuerwehr eintritt, damit wir mal wieder aus dem Vollen schöpfen können“, sagt Jens Bordel.