Genthin l Eine deutliche Mehrheit des Genthinder  Stadrates sprach sich für einen vorhabenbezogenen B-Plan aus, den die LFD Holding (Landwirtschaftliche Ferkelzucht Deutschland) für die Schweinezuchtanlage Gladau anstrebt. Anträge von Klaus Voth (CDU) und Lutz Nitz (Grüne), die Entscheidung auf einen späteren Zeitpunkt zu verlegen, weil im nichtöffentlichen Teil der Sitzung ein Rechtsanwalt über ein anhängiges Verfahren berichten sollte, fanden keine Mehrheit.

Möglicherweise mehr Tiere

Mit dem vorhabenbezogenen Bebauungsplan will die LFD im Hinblick auf die Erschließung klare Verhältnisse schaffen.  Vorbesitzer Straathof bemühte sich bereits 2012 in einem komplizierten Rechtsstreit mit der Stadt Genthin erfolglos um eine nachträgliche Legalisierung von Kapazitätserweiterungen.

Das Unternehmen beabsichtigt, zukünftig den Tierbestand auf 9750 Sauen plus Nachzucht festzuschreiben und avisiert damit Tierplatzzahlen an, die etwa 25 Prozent mehr als den gegenwärtigen Genehmigungsstand ausmachen. Das zieht höhere Gülle- und Transportaufkommen nach sich.

Geruch soll verringert werden

Die LFD warb für die Erweiterung indem sie ankündigte, alle zukünftig betriebenen Ställe mit Abluftreinigung auszustatten, um so die Geruchsbelastungen für Gladau deutlich zu minimieren. Für den Gülletransport sollen zukünftig ausschließlich Sattelschlepper eingesetzt werden. Eine Erweiterung der Anlage solle für die Gladauer mit einer Verbesserung ihrer Lebensqualität verbunden sein. Der Ortschaftsrat Gladau hatte sich mehrheitlich gegen das Ansinnen der LFD gestellt.

Die LFD, die deutschlandweit 22 Standorte betreibt, ist seit 2015 in Gladau vor Ort und betreibt im Roßdorfer Gewerbegebiet seine Hauptzentrale. Das Unternehmen kündigte an, alle Standorte im Paket zu verkaufen.