Genthin l „Es ist schon ein trauriges Bild entlang des Radweges zwischen Genthin und Jerichow. Wasser ist dringend notwendig, aber bei den Eichen ist es vergebene Mühe, da diese vom Eichensplintkäfer befallen sind“, merkte Gärtnermeister Horst Mittendorf nach der Berichterstattung der Volksstimme zu den trockenen Bäumen entlang der B107 an.

Seit Mitte Mai befallen

Der Befall läge schon einige Wochen zurück. „Eiablage und Fraas beginnen meist Mitte bis Ende Mai.“ Auf Anfrage der Volksstimme machte die Landesstraßenbaubehörde deutlich, dass dieser Käferbefall bei den Bäumen noch nicht bekannt gewesen sei, weshalb die Hinweise nun von der Behörde aufgenommen wurden.

Mittendorf meint hingegen, dass der Befall recht einfach zu erkennen sei: „Rein äußerlich ist eine plötzliche Verfärbung einzelner Astpartien oder der ganzen Krone zu sehen.“ Den Schädling finde man unter der Rinde, die Ein-und Austrittslöcher seien am unteren Astring, im Kronenbereich zu finden.“

Fehlender Pflanzschnitt

Als Astring werde der Teil bezeichnet, der den Übergang vom Stamm zum Ast bildet. Der Gärtnermeister geht so gar so weit, dass er sagt: „Die Bäume sind nicht mehr zu retten, eine Behandlung ist nur unmittelbar bei Befallsbeginn möglich.“

Ein weiteres Problem, das Mittendorf sieht, ist ein fehlender Pflanzschnitt. „Dadurch hatten es die Bäume sehr schwer anzuwachsen.“ In der Baumschule würden die Bäume unter idealen Bedingungen wachsen.

Pflegezeitraum von drei Jahren

„Beim Roden der Bäume wird das Wurzelwerk gemindert, somit muss beim Pflanzen auch die Krone des Baumes gekürzt werden, um die Verdunstung durch den neuen Austrieb an die verminderte Wurzelleistung anzupassen“, so Mittendorf. Hier habe man zu wenig auf diesen Umstand geachtet. Der Gärtnermeister stellt die Frage, weshalb überhaupt Eichen an Radwegen gepflanzt würden. Vor etwa eineinhalb Jahren waren die Bäume als Ersatzmaßnahme gepflanzt worden. Dabei wurde von der Landesstraßenbaubehörde mit einer Firma ein Pflegezeitraum von drei Jahren mit Anwachsgarantie vereinbart.

„Ende nächsten Jahres wird die Maßnahme geprüft und abgenommen. Ausfälle sind durch die Firma zu ersetzen“, erklärte Hartmut Pöhlert, seines Zeichens Regionalbereichsleiter der Landesstraßenbaubehörde Sachsen-Anhalt, auf Volksstimme-Anfrage.