Genthin l Der Ausbau der B 107, der im Frühjahr 2020 von Genthin-Wald aus seinen Anfang nahm, geht in den Schlussspurt. Andreas Böhle von der Landesstraßenbaubehörde Sachsen-Anhalt, Regionalbereich Mitte, kündigte am Mittwoch auf Volksstimme-Nachfrage an, dass voraussichtlich am 27. November 2020 die Arbeiten abgeschlossen sein werden. Trotzdem: Den absoluten Schlusspunkt wird allerdings erst der Rückbau der Umleitungsbeschilderung bilden.

Aktuell, auf dem fünften und letzten Bauabschnitt zwischen der Bergzower Straße und der Einfahrt Bahnhofstraße, erfolgt gegenwärtig noch der Einbau der Asphaltschicht. Ab dem 19. November sollen die Entwässerungsrinnen asphaltiert werden, hieß es aus der Landesbehörde. Bis zum Mittwoch, 2. Dezember, soll dann die Umleitungsbeschilderung durch die Zeppelin Rental GmbH, Baustellen- und Verkehrssicherung Genthin, zurückgebaut sein. Der Bauleiter des Unternehmens zeigte sich gegenüber der Volksstimme zuversichtlich, diese terminliche Vorgabe einhalten zu können.

Umgehung wird vierspurig befahren

Dazu muss unter anderem die vorübergehende Gelbmarkierung, die derzeit die Fahrtrichtung aufzeigt, auf einer Länge von zwei mal zwei Kilometern aufgenommen werden. Der Bauleiter spricht von der gegenwärtigen Verkehrssituation auf dem letzten Bauabschnitt von Autobahn-Bedingungen und hebt damit auf die vierspurige Befahrung der Umgehungsstraße ab. Dass während der aktuellen Bauphase die insgesamt 18 Ampeln im Baubereich gut funktionierten und nicht für ein Durcheinander sorgten, sei aus seiner Sicht „gut gelaufen“. Der letzte Handschlag des mehrmonatigen Bauvorhabens ist getan, wenn die weiße Endmarkierung aufgetragen und die Schleifen für die Ampeln in die Fahrbahn eingelassen worden sind.

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Als ein großer Vorteil während dieser Baumaßnahme erwies sich die Inanspruchnahme der sozialen Medien durch den Genthiner Betriebsteil der Zeppelin Rental GmbH. Der Bauleiter stand für die Verkehrsteilnehmer so jederzeit für Fragen über Facebook zur Verfügung und informierte auch frühzeitig über Änderungen in der Beschilderung der Umleitung. Manch angestauter Ärger schaukelte sich bei den Verkehrsteilnehmern so erst gar nicht hoch. „Die Art der Kommunikation hat sich wirklich ausgezahlt“, sagte der Bauleiter am Mittwoch im Gespräch mit der Volksstimme.

Den Verkehrsteilnehmern bleibt allerdings voraussichtlich bis zum Jahresende die Baustelle auf der Brücke über den Elbe-Havel-Kanal erhalten. Die Sanierung der Brückenträger läuft allerdings anders als bei der B 107 in Verantwortung des Wasserstraßenneubauamtes und wurde, um die Verkehrseinschränkungen soweit wie möglich zu minimieren, mit der Straßenbaumaßnahme koordiniert.

Kleine zeitliche Verschiebung

Wenn ab dem 2. Dezember der Verkehr weitestgehend wie gewohnt über die B 107 rollen kann, geht für Genthin die größte und aufwändigste Straßenbaumaßnahme des Jahres 2020 ohne größere zeitliche Verschiebung ihrem Ende entgegen. Ursprünglich ging die Planung davon aus, dass das gesamte Vorhaben Ende Oktober abgeschlossen ist.

Corona wirkte sich nicht auf den Verlauf der Straßenbaumaßnahme aus, eine krankheitsbedingte Verzögerung um wenigen Tage wurde wieder aufgeholt.

Mehraufwand gab es während der mehrmonatigen Bauzeit im Bereich der Jerichower Straße. Hier mussten zusätzlich Schachtabdeckungen und Straßenabläufe erneuert werden. Die grundhafte Sanierung der B 107, beginnend ab Genthin-Wald, hatte zum Teil gravierende Folgen für viele Pendler, die in den Nachbarstädten arbeiten oder diese für andere Ziele regelmäßig durchfahren müssen. Der Fernverkehr musste deutlich mehr Zeit durch weiträumige Umleitungen einplanen.

In die grundhafte Deckensanierung der B 107 wurden rund zwei Millionen Euro investiert.