Genthin l An die Baustelle auf der B 107, die derzeit auf Höhe des Genthiner Wasserturms zu finden ist, haben sich viele Genthiner mittlerweile gewöhnt. Verärgert sind nicht wenige darüber, dass es noch eine weitere Baustelle in Richtung Jerichow bei Redekin gibt.

„Ich wurde von Einwohnern angesprochen, die mit einem massiven Zeitaufwand mit bis zu 25 Minuten mehr pro Strecke auf ihrem Arbeitsweg planen müssen, da sie zunächst durch den Baustellenengpass und die Umleitungen in Genthin müssen und nun auch durch einen weiteren Baubereich, der mit Ampeln geregelt wird“, sagt Kreistagsmitglied Lutz Nitz (Die Grünen) gegenüber der Volksstimme.

Fünf Ampeln seien mittlerweile zwischen Genthin und Jerichow zu überwinden, hat der Grüne gezählt. „Die Menschen sind darüber schlicht verärgert.“ Von Stefan Hörold, Regionalbereichsleiter der Landesstraßenbaubehörde, heißt es auf Volksstimme-Nachfrage: „Seitens der Landesstraßenbaubehörde werden im Windschatten der bestehenden Umleitung für die Vollsperrung der Bundesstraße B 107 im Abschnitt zwischen Knoten B 107 / L 54 bis Redekin kleinere Schadstellen an der Fahrbahn beseitigt.“

Dadurch, dass der überregionale Verkehr die großräumige Umleitung über die Landesstraße nutzt, sei der Eingriff in den Verkehr der B 107 wesentlich geringer, als wenn die Schadstellen im Anschluss an die Baumaßnahme in der Ortsdurchfahrt Genthin erfolgt wären. Allerdings räumt der Regionalbereichsleiter ein, dass er die im Moment kritische Wahrnehmung durch Verkehrsteilnehmer verstehen könne, jedoch würde diese Kritik um ein wesentliches höher ausfallen, wenn die Sanierung der Schadstellen im Anschluss an die Baumaßnahme in Genthin erfolgen würde.

Vollsperrung soll genutzt werden

Aus Sicht der Straßenbauverwaltung sei es sinnvoll und bautechnisch richtig, den „Windschatten“ der Vollsperrung in Genthin zu nutzen. Das bringt Kreispolitiker Nitz in Rage: „Diese Aussage geht an den Verkehrsteilnehmern vorbei, die die Strecke nutzen, das ist noch ein offizieller Umleitungsbereich und kein Windschatten.“ Für Nitz sind die getroffenen Regelungen Ergebnisse von Beratungen am grünen Tisch, man habe sich zu wenig vor Ort informiert. Er wolle im Kreistag nachfragen, wie es um die Bauplanungen bestellt sei. „In Genthin scheinen solche zusätzlichen Baustellen mittlerweile normal zu sein“, spielt er auf eine andere Baustelle an, die kürzlich die Kritik von Autofahrern auf sich zog.

Vor wenigen Wochen war die Brücke am Ortsausgang Genthins in Richtung Brandenburg nur einseitig nutzbar, da dort Sanierungen durchgeführt wurden. Kurzfristig hatte es lange Staus und Wartezeiten gegeben, da der Verkehr einspurig per Ampelschaltung an der Baustelle vorbeigeleitet wurde. Die Baustelle bei Redekin soll Ende der Woche verschwinden. Laut Straßenbaubehörde sollen die Arbeiten am Freitag abgeschlossen sein.