Genthin l „Für uns ist die Sanierung der Sporthalle eine wichtige Sache“, sagt Fritz Mund, Vereinsvorsitzender des SV Chemie Genthin. Er begründet dies mit den hohen Betriebskosten des Gebäudes, die der Verein anteilig mitzahlt. „Und die Stadt hat ohnehin kaum Geld“, fügt er hinzu.

Haushalt zurückgezogen

Genau das könnte die Sanierung womöglich verzögern, wurde doch der Haushalt für dieses Jahr vorerst zurückgezogen. „Erst wenn der Haushalt genehmigt und die Freigabe erteilt ist, kann die Planung forciert werden“, sagt Dagmar Turian, Fachbereichsleiterin für Bau- und Stadtentwicklung. Die Ausschreibung sei bislang für das vierte Quartal angedacht.

Circa 203.000 Euro muss die Stadt aus eigener Tasche für die Sanierung der Sporthalle aufwenden, deren Gesamtkosten mit 991.000 Euro veranschlagt werden. Die restlichen rund 80 Prozent, nämlich 788.000 Euro sollen vom Förderprogramm Stark III des Landes Sachsen-Anhalt und der Europäischen Union kommen.

Laut Fördermittelrichtlinie dürfen diese Investitionen einen Kostenrahmen von einer Million Euro jedoch nicht überschreiten. Und sollte dies doch passieren? „Dann müsste die Stadt die Eigenmittel erhöhen“, sagt Dagmar Turian.

Barrierefreier Zugang

Konkret soll indes ein barrierefreier Zugang im Osten sowie eine behindertengerechte Toilette geschaffen werden. Weiterhin soll die Außenwand gedämmt und auch die Glasfassaden im Norden und Süden des Gebäudes mit Wärmedämmglas ausgestattet werden. Zudem soll die Heizungsanlage im Sanitärbereich erneuert werden.

„Dafür muss jedoch zunächst der Heizkreis in dem Gebäude getrennt werden“, sagt Dagmar Turian, denn Sport- und Schwimmhalle verfügen derzeit über eine gemeinsame Heizungsanlage. Der Grund für die Trennung: Die Schwimmhalle ist ein Gebäude, welches für kommerzielle Zwecke genutzt wird und fällt somit nicht unter die Stark III-Förderrichtlinien. Von den energetischen Maßnahmen erhofft sich die Stadt Einsparungen von mindestens 28 Prozent.

Wohin ausweichen?

Auch wenn dies alles noch auf tönernen Füßen steht, stellt sich die Frage, wohin die Sportler während der Bauarbeiten ausweichen. Man müsse von circa sieben Monaten ausgehen, in denen es zu Einschränkungen kommen kann, so Dagmar Turian. Die Zielstellung sei es aber, die Arbeiten möglichst außerhalb der Trainingszeiten und wenn möglich in die Ferien zu legen. Die Außenarbeiten könnten zudem zu jeder Zeit stattfinden.

„Uns ist die zeitliche Einordnung wichtig“, sagt auch Fritz Mund und wünscht sich, dass die Arbeiten weder im Winter noch zeitgleich mit der Sanierung der Uhland-Turnhalle stattfinden. „Die Sporthallen sind ja alle gut ausgelastet. Aber wenn es soweit ist, werden die Vereine zusammenrücken und sich absprechen“, zeigt er sich optimistisch.