Fienerode l Einmal im Jahr darf sich Fienerode dem Fläming zugehörig fühlen. Dann, wenn in den Räumlichkeiten des Futtermittelhandels Schulz der Fläminger Rassetaubenklub seine offene Vereinsschau veranstaltet. Mehr als zehn Jahre kehren die Taubenzüchter mittlerweile in Fienerode ein. Das ist insofern bemerkenswert, weil in dem Klub neben heimischen auch Züchter aus dem Land Brandenburg, aus Niedersachsen, Mecklenburg -Vorpommern, Bremen und Rheinland-Pfalz vereint sind.

Nicht wenige der insgesamt 39 Züchter nahmen deshalb mit ihren Ausstellungstieren lange Anfahrtswege in Kauf, um ihre züchterischen Erfolge präsentieren zu können.

Keine Einladungen notwendig

„Hier stimmen die Rahmenbedingungen, deshalb haben wir uns erneut für Fienerode entschieden. Wir sind hier sehr zufrieden“, sagte Clubchef Andreas Ranft aus Karow.

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Anders als bei Schauen in Fienerode üblich, verzichtete der Klub allerdings darauf, lokale Prominenz zur Ausstellungseröffnung einzuladen, so dass die Taubenzüchter mit ihren Gästen weitestgehend unter sich blieben.

425 Tiere ausgestellt

„Wir haben auf Einladungen bewusst verzichtet, weil unser Klub ohnehin länderübergreifend organisiert ist“, sagte Andreas Ranft.

Gezeigt wurden bei der jüngsten, nunmehr 18. offenen Fläminger Rassetaubenschau 425 Tiere.

22 Mal Note "vorzüglich"

Sechs Preisrichter vergaben insgesamt 22 mal die Note „Vorzüglich“, davon dreimal bei den Jungzüchtern, und 36 mal die Note „Hervorragend“, die bei kleinen Mängeln vergeben wird.

Mit diesem Ergebnis zeigten sich nicht nur Andreas Ranft, sondern auch alle Zuchtfreunde zufrieden.

100 Tiere mehr als 2019

„Wir konnten bei allen Nachwuchsproblemen, die den Klub plagen, bei dieser Schau wieder einen leichten Aufwärtstrend verzeichnen“, freute sich Andreas Ranft. Nachdem vor zwei Jahren 500 Rassetauben in Fienerode ausgestellt wurden, gab es im darauf folgenden Jahr eine Einbuße um mehr als 100 Tiere. Davon habe sich der Klub nun etwas erholen können, stellte der Clubchef fest.

Das Gros der ausgestellten Tiere machten auch in diesem Jahr sogenannte Formtauben aus. Sie stellten etwa zwei Drittel der ausgestellten Tiere. Stark vertreten waren dabei die Mondain-Tauben.

Schwere Rassen liegen im Trend

„Schwere Rassen liegen derzeit in der Gunst der Züchter höher als kleine, leichtere, sagte Ranft. Wobei für den Karower Züchter jede Taubenrasse schön sei.

Unter den mehr als 30 Rassen in den verschiedensten Farbschlägen , die es am Wochenende zu bestaunen gab, fand der Fachmann auch Tauben, die eher selten auf Ausstellungen zu sehen sind. Ein Zuchtfreund aus Potsdam-Mittelmark war so mit der Rasse Pommerscher Kröpfer vertreten, Reinhard Wolf aus Schopsdorf präsentierte Tauben der Rasse Show Homer, von dem ein Tier von den Preisrichtern mit einem „Hervorragend“ bewertet wurde. Jan-Henrik Ranft zeigte Temeschburger Schecken schwarz. Er bleibt damit der einzige Züchter dieser Rasse in den neuen Ländern.

Auch Spitzenzüchter mit dabei

Wie bei jeder Schau waren erneut auch einige Spitzenzüchter vertreten. Zu denen gehört nach wie vor Manfred Fatke aus Bücknitz (Ziesar).

Mit seinen Mondain-Tauben räumte er bei der Schau ab und wurde -wiederholt- zum Gewinner von gleich zwei Wanderpokalen ernannt. Den ersten Sieg holte der Spitzenzüchter in der Kategorie Jungtiere gleicher Rasse und gleichem Farbschlag für seine Mondain-Tauben in Blau mit schwarzen Binden. Dafür bekam er von den Preisrichtern 384 Punkte. Den zweiten Sieg erlangte er in der Kategorie Tiere jung und alt gleicher Rasse und gleichem Farbschlag und ergatterte 386 Punkte.

Anreize schaffen

Seine Erfolgsliste setzte der Züchter aus dem Brandenburgischen als Gewinner eines Grillschweins fort, das er als Züchter mit den zehn besten jungen und alten Tieren der Schau mit insgesamt 962 Punkten erhielt. „Mit unseren Preisen wollen wir natürlich für die Züchter Anreize schaffen“, sagte Andreas Ranft gerade im Hinblick auf die sonst üblichen Pokale und Ehrenbänder.

Aus allen 22 Vorzüglich-Tieren wurde per Losentscheid Züchter Uwe Balzer aus Mangelsdorf als Champion der Fläming-Schau ermittelt. Den Preis lobte der Futtermittelhandel Schulz aus.