Genthin l Mit einer Gegenstimme hat der Stadtrat von Genthin am Dienstagabend im Stadtkulturhaus beschlossen, dass die Stadt in Eigenregie auch in diesem Jahr einen Weihnachtsmarkt veranstalten wird. Er findet vom 18. bis 20. Dezember auf dem Marktplatz und den angrenzenden Straßen statt.

Schutz und Hygienemaßnahmen seien im Außenbereich, so heißt es in der Beschlussvorlage, ohne größeren Aufwand umsetzbar. Eingeladen werden die verschiedensten Händler, den Marktcharakter mit entsprechenden Weihnachtsangeboten zu gestalten. Dabei werde darauf geachtet, entsprechend der dann gültigen SARS-Cov-2-Eindämmungsverordnung, dass genügend Raum für die Einhaltung der Abstandsregelung der Besucher eingehalten werden kann. Die Stände entlang der Brandenburger Straße „entzerrt“, also mit viel mehr Abstand als üblich, aufzubauen - darauf hatte Pro-Genthin-Stadtrat Sebastian Hahn schon in der Sitzung des Hauptausschusses am 10. September hingewiesen.

Keine Theatervorstellungen für Kinder

Nur die traditionellen Theatervorstellungen für Kinder im Sitzungssaal des Rathauses müssen coronabedingt in diesem Jahr entfallen. In den vorangegangenen Jahren hatte hierfür stets das Theater der Altmark verantwortlich gezeichnet. „Wir wären gern vor Weihnachten mit unseren Stücken für die Kinder nach Genthin gekommen“, sagt Pressesprecherin Elisa Marquardt der Volksstimme. „Schade, dass das Coronavirus das unmöglich macht.“ Die Theatermacher setzen auf wieder bessere Zeiten und würden sich freuen, wenn sie im kommenden Jahr im Sitzungssaal des Genthiner Rathauses wieder Weihnachtstheater veranstalten dürften.

Für Süßwarenstände, Kinderkarussell, Kindereisenbahn, Ballwerfen und Knobi-Brotstand will zum Genthiner Weihnachtsmarkt in bewährter Weise Jahrmarkt-Veranstalter Freddy Schmidt sorgen. „Ich würde gern noch viel mehr machen“, sagt er der Volksstimme am Telefon. „Aber das ist ja coronabedingt nicht drin“.

Schausteller mischen mit

Klagen will er, der sich mit seinen Kinder-Karussells seit fünf Jahren um den Genthiner Weihnachtsmarkt kümmert, aber ganz und gar nicht. „Mit unserem Kinderland- und Freizeitpark-Konzept, mit dem wir seit dem 4. Juli auf vielen Plätzen in der Region unterwegs sind, sind wir bis jetzt sehr gut gefahren und stehen deshalb jetzt nicht schlecht da“. Zum wiederholten Male betont er, wie sehr ihm und allen seinen Kollegen der Zuspruch für seine Angebote in dieser Zeit gut getan habe.

Vor allem die Familien mit Kindern hätten sich immer wieder bei ihm bedankt, dass mit seinen Angeboten etwas los sei und die Kinder ihren Spaß und Unterhaltung damit hätten. Und: „Wir Schausteller sind in einer solchen Zeit ganz und gar nicht überflüssig!“ Wie so mancher Politiker und Amtsträger gern mal behaupten würde.

Kleines kulturelles Weihnachtsprogramm

Schmidt baut gerade im Genthiner Volkspark Karussells und Buden für das „Kinderland mit Fahrgeschäften“ auf, das er als Ersatz für das ausgefallene Kartoffelfest in eigener Regie veranstaltet.

An den drei Veranstaltungstagen des Genthiner Weihnachtsmarktes soll es auch ein kleines kulturelles Weihnachtsprogramm für die Besucher geben. Deshalb werden vor dem Bühnenbereich Stehtische aufgebaut, die dann auch für den nötigen Abstand sorgen werden.