Genthin l Da staunten die Kinder nicht schlecht, als ihnen Jens Meißner, Inhaber der Spedition Kleinschmidt und Klavehn, die wahren Ausmaße des toten Winkels um einen Lkw zeigte. Zuvor sollten ihn die Kinder mit dem Aufstellen von Pylonen selbst einschätzen – und verschätzten sich gewaltig, wie sie im Anschluss beim Probesitzen im Führerhaus selbst sehen konnten.

„Obwohl der Lkw sechs Spiegel hat, gibt es einige Stellen, die für den Fahrer schlecht oder gar nicht einzusehen sind“, erklärte Jens Meißner den Kindern und appellierte an sie, deshalb besondere Vorsicht walten zu lassen, wenn sie sich in der Nähe eines solchen Fahrzeugs befinden.

E-Auto hört man so gut wie nicht

Doch das war nur eine von vielen Stationen, die die rund 130 Kinder des Uhland-Horts und der Kitas „Sonnenschein“ und „Rasselbande“ beim Verkehrssicherheitstag passierten. Denn dafür konnte das Deutsche Rote Kreuz (DRK) viele Unterstützer gewinnen. Autohändler Norbert Müller brachte beispielsweise ein Elektroauto mit. Als er es startete und losfuhr, hörten die Kinder: „So gut wie nichts!“, wie ein Mädchen staunend ausrief.

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Das sei eine weitere potentielle Gefahr im Straßenverkehr, vor allem da viele Kinder mit „Ohrstöpseln oder Soundboxen am Straßenverkehr teilnehmen“, sagte Andy Martius vom Vorstand des DRK-Regionalverbands Magdeburg-Jerichower Land.

Eltern tragen keine Fahrradhelme

An weiteren Stationen absolvierten die Kinder einen Fahrrad-Parcours, testeten ihre Reaktionszeit mithilfe eines Fahrrad-Simulators und informierten sich über Feuerwehr- und Krankenwagen sowie deren zahlreiche Instrumente an Bord. In einem dunklen Raum konnten sie zudem sehen, wie Reflektoren und Warnwesten Licht zurückstrahlen. Dabei wurde auch eindringlich darauf hingewiesen, wie wichtig Fahrradhelme sind. Wie es der Zufall will, ist am Verkehrssicherheitstag sogar ein Helm zu Bruch gegangen, wobei das Kind, das ihn trug, jedoch nicht verletzt wurde.

„Das hätte mit dem Kopf passieren können, wenn man keinen Helm trägt“, sagte Andy Martius, während er den kaputten Helm vorzeigte. Das Material der Helme werde mit der Zeit spröde, weshalb es wichtig sei, sie gelegentlich zu ersetzen. Was jedoch auch deutlich wurde: Viele der Eltern tragen beim Radfahren selbst keine Helme, verrieten die Kinder. „Dabei sollten gerade sie als gutes Vorbild vorangehen“, meinte Andy Martius.