Parchen l Parchens Ortschaftsrat ist in Sorge um den Zustand des Teiches. Die trockenen Sommer haben dem Gewässer zugesetzt, so dass der Rat das Setzen eines Brunnens angeregt hat. Mit diesem Brunnen soll in Notsituationen der Teich mit Wasser versorgt werden. Die Parchener gaben ihr Anliegen bei der Ortschaftsratssitzung Genthins Bürgermeister Matthias Günther mit auf den Weg, so dass die Stadt als Grundstückseigentümer ein erforderliches Genehmigungsverfahren anschiebt. Für die anfallenden Unkosten wollen die Parchener selbst aufkommen.

Auf 50 Zentimeter gefallen

Im vergangenen Jahr hatte der Angelverein den Teich nach einem massiven Wasserrückgang in einer zweitägigen Pumpaktion „notbewässert“. Die durchschnittliche Wassertiefe von etwa zwei Metern war seinerzeit auf 50 Zentimeter abgefallen. Die Aktion im vergangenen Jahr, bei der zwei Pumpen liefen, war insbesondere wegen der Lärmbelästigung auf massive Bürger-Kritik gestoßen, brachte Ortsbürgermeister Schwandt in Erinnerung. Initiiert vom Anglerverein wurde die „Bewässerung“ unterstützt vom Heimatverein und von der Agrargenossenschaf Hohenseeden/Parchen. Anfallende Unkosten konnten über Sponsoring abgefangen werden.

Einen solchen Großeinsatz, machte der Ortstsbürgermeister klar, könnte es auch aus finanzieller Sicht ein zweites Mal nicht geben. Der komplette Ortschaftsrat signalisierte deshalb dem Genthiner Bürgermeister dringenden Handlungsbedarf, einen eigenen Brunnen zu setzen und dafür das Genehmigungsverfahren in Gang zu setzen.

Das unterschreibt auch André Siebert, Vorsitzender des Parchener Angelvereins. Auch der Verein habe derzeit keine Möglichkeiten, eine vergleichbare Aktion wie im Vorjahr durchzuführen, gibt er eine klare Ansage. André Siebert schätzt, dass die Regenfälle der vergangenen Tage das Gewässer, das aus der Bäke (Tucheim-Parchener Bach) gespeist wird, noch im Gleichgewicht halten. Neben den regenarmen Sommern ist für Siebert auch der Zustand der Bäke einer der Gründe für den Wassermangel im Teich. Der Biber habe an verschiedenen Stellen entlang der Bäke Dämme gebaut, an denen sich das Wasser staue und letztlich kaum Wasser im Teich ankommt.

Biber-Dämme darf der für die Unterhaltung der Bäke verantwortliche Unterhaltungsverband Stremme-Fiener Bruch nur mit Genehmigung der Unteren Naturschutzbehörde beräumen.

Wasser in die Zernau gepumpt

Ähnlich wie die Parchener für ihren Teich griffen im vergangenen Jahr auch die Mützeler Angler, hier in Zusammenarbeit mit der Feuerwehr, zu einem Wassertrick. Sie pumpten tausende Liter Wasser in die Zernau, als bei anhaltender Hitze das Gewässer drohte zu kippen. Mit dem frischen Wasser sollte eine Sauerstoffzufuhr erfolgen. „Ob das Ganze was gebracht hat, wissen wir bis heute nicht“, sagt Ortschaftsratsschef Rüdiger Feuerherdt, in Persona Feuerwehrmann und Angler, etwas skeptisch.

Für die Parchener Angler ist der Teich, den sie hegen und pflegen, bereits seit Jahrzehnten ein Garant für kapitale Fänge. Das Gewässer ist besetzt mit Karpfen, Weißfischen, Hechten und Barschen. Die Anlage des Teiches als Teil des Schlossparkes geht auf den Gutsbesitzer Rudolf von Byern (1805 bis 1882) zurück, der ab 1830 mit dem bekannten preußischen Gartenarchitekten Peter Joseph von Lenné (1789 bis 1866) in Kontakt gestanden haben soll. Es gibt Belege dafür, dass der Parchener Schlosspark auf Lenné zurückgeht.