Genthin l 27 Rasentraktor-Piloten lieferten sich am Sonnabend auf dem Rodelberg bei Temperaturen um die 35 Grad eine Hitzeschlacht. Nachdem bisher alle Rennen bundesweit coroanabedingt abgesagt wurden, konnten die Piloten erstmals in Genthin in diesem Jahr mit ihren Rennmähern durchstarten. Veranstalter Rainer von Ende, der als einziger Pilot aus dem Jerichower Land am Start war, hatte berechtigten Grund zur Freude: „Die Stadt Genthin hat die Genehmigung für das Rennen erteilt. Mehr kann ich dazu nicht sagen.“

Dass sich aufgrund der Hitze deutlich weniger Besucher einfanden als in den Vorjahren, konnten von Ende, die Rennleiter Steffen Frank und Toni Lach, diverse Helfer und Streckenposten dennoch verkraften. Schließlich übertraf die Zahl der Starter deutlich die Erwartungen des Veranstalters. Fahrer reisten aus Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Brandenburg und aus Sachsen-Anhalt an. Große Staubwolken blieben den Fahrern bei ihren ohnehin schweißtreibenden Touren erspart. Zwischen den 15-minütigen Wertungsläufen gingen die Helfer über Teilstrecken mit der Wasserspritze.

Fahrerisches Können entscheidet

Die Strecke über den Rodelberg mit ihren vielen Kurven gilt unter den Rasentraktor-Freaks als eine besondere Herausforderung. Rennleiter Steffen Frank erklärte: Über eine Platzierung entscheidet in Genthin zu 90 Prozent fahrerisches Können. „Wenn Runde für Runde auf ebenen Gelände gefahren wird, entscheidet hingegen das Tempo.“

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Durchschnittlich legten die Piloten etwa 20 Runden in einem Wertungslauf hin, was den Piloten eine Menge Kondition abverlangte. Spitzenwerte für eine Runde lagen bei etwa 41 Sekunden. Wobei die Zeitabstände der Fahrer in der offenen Klasse zirka neun Sekunden betrugen, was für die Geschlossenheit des Teilnehmerfeldes spricht. In den kleineren, unteren Klassen, in der auch zwei Damen starteten, trennten die Piloten in einer Runde bis zu 17 Sekunden.

Gäste aus dem Nachbarbundesland

Beständige Gäste des Genthiner Rasentraktorrennen ist die Fahrertruppe des DW-Racing Teams aus Peine/Niedersachsen. Diesmal waren vier Teilnehmer am Start und in der Fahrerbox natürlich auch ein wenig „Anhang“ dabei. „Wir sind seit 2013 immer hier, weil es einfach ein anspruchsvolles und interessantes Rennen ist“, sagte Fahrer Dirk Weber. Mit seiner Rennbegeisterung hat er vor Jahren auch seine Töchter Emily und Amy angesteckt. Die 17-jährige Amy ist heute selbst eine erfahrene Rasentraktorpilotin. Sie hat sich in der Welt des Traktorsports längst einen Namen gemacht und fährt um vordere Plätze mit. Den Reiz des Genthiner „Berges“ erklärt sie ganz einfach so: „Man muss konzentriert fahren und die Steigungen und Abfahrten genau kalkulieren.“ Das Peiner Team hat sich im Laufe der Jahre sogar noch etwas erweitert. Denn zum Team gehört auch Nico Müller aus Braunsbedra bei Weißenfels. So gab es nicht nur eine bundeslandübergreifende Motorsportkooperation, Müller vertrat als Fahrer gemeinsam mit Rainer von Ende auch Sachsen-Anhalt. Für ihn hat Dirk Weber viel Lob parat. „Der ist einfach ein Urgestein und Rennsportverrückter. Er hat sich in diesem Jahr mit allen Auflagen herumgeschlagen. Er fügte hinzu: „Ich finde es einfach richtig toll, dass er das macht.“ Denn das Rennen in Genthin hat mittlerweile eine hohe Akzeptanz bei den Fahrern.