Hilft ein anderer Fördertopf?

Zernau-Projekt in Mützel passt genau in „MACHEN!2021“-Programm für ostdeutsche Gemeinden

Erste vorbereitende Arbeiten am Strandbereich haben die Mützeler schon im Sommer vorigen Jahres erledigt.
Erste vorbereitende Arbeiten am Strandbereich haben die Mützeler schon im Sommer vorigen Jahres erledigt. Archiv-Foto: Susanne Christmann

Mützel

Susanne Christmann

Die Stadtverwaltung Genthin hat die Gestaltung eines Uferbereiches am Zernau-See zum Gegenstand eines Leader-Projektes gemacht. Zwar sei dies, so informierte Fachbereichsleiterin Dagmar Turian, bereits der entsprechenden Projektgruppe vorgestellt worden. Nur ist vollkommen ungewiss, ob und wann überhaupt das Geld fließen werde. Coronabedingt gebe es bisher noch überhaupt keine Fördermittelzusagen, weshalb für 2021/2022 auch noch kein Geld geflossen sei.

Die Mützeler indes wollen nicht tatenlos darauf warten, bis irgendwer irgendwann seine Zusage für die Finanzhilfen gibt. Was sie selbst tun können, das tun sie. Den Strandbereich, der einmal der neue Dorftreffpunkt werden soll, haben sie schon im vergangenen Sommer hergerichtet: Schilf zurückgeschnitten, teilweise entschlammt und neuen Sand aufgeschüttet. Jetzt, so Ortsbürgermeister Rüdiger Feuerherdt gegenüber der Volksstimme, „wollen wir neue Bänke und Papierkörbe aufstellen“. Größere Arbeiten aber können die Mützeler nicht in Eigenleistung finanzieren. Notwendige Baggerarbeiten zum Beispiel.

Möglicherweise könnten die Mützeler eine andere Finanzierungsquelle nutzen: den „MACHEN! 2021“-Wettbewerb. Das ist ein Ideenwettbewerb, der dieses Jahr in die dritte Runde geht. Ins Leben gerufen hat ihn Marco Wanderwitz, der Beauftragte der Bundesregierung für die neuen Bundesländer. Gesucht werden hierbei, so heißt es in den Ausschreibungsunterlagen, Projekte, die das Gemeinwesen und den Zusammenhalt vor Ort, zwischen Ost und West und über die Grenzen hinweg stärken. Das Zernau-Projekt passt demnach in die Kategorie 1 des Wettbewerbs, in der Ideen gefragt sind, die das Miteinander und den Zusammenhalt vor Ort stärken, alle Generationen einbeziehen und eine breite Mitwirkung ermöglichen. Feuerherdt will deshalb schnell prüfen, wie sich Mützel daran beteiligen kann. Denn insgesamt 50 der Projekte, die für den Wettbewerb eingereicht werden, sollen mit einem Preisgeld zwischen 5 000 und 15 000 Euro bedacht werden - davon 30 in der Wettbewerbskategorie 1. Mitmachen dürfen nur Initiativen, Vereine und gemeinnützige Organisationen in Dörfern, Klein- und Mittelstädten in den neuen Bundesländern, deren Einwohnerzahl unter 50 000 liegt.

Nur etwas beeilen müssten sich die Mützeler jetzt mit dem Einreichen der Wettbewerbsunterlagen. Denn die Bewerbungsfrist endet am 15. Mai 2021. Das Bewerbungsformular gibt es im Netz unter www.MACHEN2021.de.