Halberstadt. Für Halberstadt ein wichtiges Vorhaben, der Ausbau der Quedlinburger Landstraße zwischen Otto-Spielmann- und Rudolf-Diesel-Straße. Wie üblich, nutzt die Stadt solch ein Baubegehren, um begleitend Geh- und/oder Radwege auszubauen. Im Gewerbegebiet Am Sülzegraben will sie sogar einen Kreisverkehr bauen und eine neue Zufahrt ins Gebiet schaffen, indem der bisherige Wendehammer hinter dem Roller-Möbelhaus zu einer Straßenzufahrt umgebaut wird.

Kritik an Vorhaben

„Wie teuer wird das alles?“, fragte Hans-Joachim Nehrkorn von der Fraktion Die Linke während der jüngsten Ratssitzung die Stadtverwaltung. Er halte den Kreisverkehr an dieser Stelle für unnötig, sagte er, zumal sich durch die Ortsumgehung die Verkehrssituation ändern werde.

Der Kreisel werde rund 360 000 Euro kosten, antwortete Jens Klaus, zuständiger Fachbereichsleiter. Da aber wohl 80 Prozent der Summe aus Fördergeld bezahlt werden kann, müsse die Stadt nur 72 000 Euro aufbringen. Bei der neuen Zufahrt ins Gebiet blieben für die Stadt 36 000 Euro an Kosten. Dass der Kreisverkehr an dieser Stelle sinnvoll sei, belege eine verkehrstechnische Untersuchung, die man allen Fraktionen zur Kenntnis gegeben habe. „Wo es ging, haben wir die Untersuchung per E-Mail verschickt“, so Klaus.

Mehr Verkehr

Aber erst am Nachmittag vor der Sitzung, kritisierte Peter Köpke, Chef der Fraktion SPD/Die Grünen. „Das Gutachten liegt seit August vor, warum bekommen wir soetwas nicht eher?“ Es sei ein prinzipielles Problem, wie hier die Verwaltung mit den Rat umgehe, so Köpke.

Jens Müller (SPD) verwies auf die Debatte im Stadtentwicklungsausschuss, wo gesagt worden war, dass der Kreisverkehr ein Wunsch der Unternehmen im Gewerbegebiet sei und dass angesichts steigenden Verkehrsaufkommens solch ein Kreisel sehr wohl sinnvoll sei.

Wöchentlich Unfälle

Den Anliegerwunsch könne er verstehen, erwiderte Nehrkorn, die neue Anbindung an die Bundesstraße erachte er als sinnvoll, nur der Kreisel sei überflüssig. „Wenn Sie die Anbindung machen, brauchen Sie auch den Kreisverkehr“, sagte Jens Klaus, „weil dann dort mehr Verkehr langfließen wird.“ Michael Herrmann (CDU) berichtete, dass es an der betreffenden Kreuzung zwischen Roller-Möbelhaus und Peugeot-Autohaus wöchentlich mindesten einen Unfall gebe.

Oberbürgermeister Andreas Henke (Linke) schlug vor, den Kreisverkehr nicht zu bauen, sondern nur durch Markierungen zu kennzeichnen. Das werde in Wernigerode zum Teil ebenso gehandhabt. Damit würde man die gewünschte Verkehrsführung erreichen und kostengünstiger arbeiten.

Geldverschwendung

Ralf Barthel von der Bürgerfraktion hält den Kreisverkehr ebenfalls für überflüssig hält, griff diese Idee auf und zog daraufhin seinen zuvor gestellten Antrag, den Kreiselausbau zu streichen, zurück. Jens Klaus äußerte Bedenken. Man würde jetzt mit einer 80-prozentigen Förderung einen Lösung schaffen, die Jahrzehnte halte, was Farbe nicht leisten könne. „Auch wenn es eine Förderung gibt, es ist immer noch Geld des Steuerzahles, das hier verschwendet wird“, so Barthel.

Da es jetzt nur um einen Grundsatzbeschluss ging, einigte sich man darauf, die Art der Ausführung eines Kreisverkehrs intensiv weiter zu diskutieren, die Verwaltung soll verschiedene Varianten erarbeiten.