Wernigerode/Quedlinburg l Wie gewohnt, konnten alte beziehungsweise historische Dinge für diesen Termin eingereicht werden. Doch jetzt gibt es etwas Neues: Viele Jahre stand der Wernigeröder Galerist Gerd Ilte Schloss-Geschäftsführer Christian Juranek zur Begutachtung der Gegenstände zur Seite. Aus gesundheitlichen Gründen scheidet Ilte aus. Für ihn ist nun der Quedlinburger Kunsthändler Friedrich Häusser mit von der Partie.

„Wir werden am Sonntag etwa 60 bis 70 Exponate besprechen. Das sind vor allem Gemälde, Porzellan, Skulpturen und Glas“, verriet Häusser der Volksstimme im Vorfeld. Sein Gesicht dürfte übrigens den meisten Besuchern der Veranstaltung aus dem Fernsehen bekannt sein. Er ist regelmäßig bei der ZDF-Sendung „Bares für Rares“, die in Köln produziert wird, zu sehen. Auch hier beurteilt der 63-Jährige Antikes.

Erfahrung durch TV-Show

„Die Trödelshow mit ihren Experten und Händlern ist sehr unterhaltsam. Rund drei Millionen schauen sich die Sendung an. Das ist eine hohe Einschaltquote“, sagt Häusser. Bei rund 20 Ausstrahlungen stand er mittlerweile vor der Kamera.

Der gebürtige Baden-Württemberger lebt mit seiner Familie seit einigen Jahren im Huy. 2014 eröffnete er in der Breiten Straße 51 in Quedlinburg seinen Kunst- und Antiquitätenhandel. Liebhaber alter Dinge finden hier beispielsweise Möbel, Glas, Gemälde, Spielzeug oder Leinenwäsche. Früher war in dem Geschäft ein Messerschleifer.

„Quedlinburg ist eine sympathische, charmante Stadt. Und der Antiquitätenhandel hat in der Nähe des Marktplatzes eine gute Lage“, lobt der Experte. Zu seinen besonderen Schätzen gehört unter anderem ein so genannter Humpen aus dem Jahr 1718. Daraus wurde Bier getrunken. Als Motiv zeigt das Gefäß einen Hufschmied. „Das Glas ist graustichig und hat eine Emaille-Bemalung“, erklärt Friedrich Häusser fachmännisch. Eine weitere Rarität ist eine Wiener Bronzevase mit einem Vogel, die um 1900 hergestellt wurde.

„Schon als kleiner Junge war ich von älteren Sachen begeistert.“ Doch sein Hobby zum Beruf machte Häusser später. Er lernte erst Kaufmann, wagte sich vor 30 Jahren im Bereich Kunsthandel in die Selbständigkeit. Der Spezialist hatte Geschäfte in Hamburg, der Lüneburger Heide sowie Dänemark. „So etwas kann man nicht studieren. Ich habe einfach den Blick dafür und kann in zehn Sekunden beurteilen, ob es sich um etwas Wertvolles handelt.“

Fundgrube Flohmarkt

Eine Fundgrube sind für Friedrich Häusser Flohmärkte. Hier könne man etwas zum kleinsten Wert bekommen und bis zum Tausendfachen wieder verkaufen. Auch als er in Dänemark lebte, standen Flohmarktbesuche auf dem Programm. „Dort habe ich zum Beispiel ein Kapitänsgemälde für damals umgerechnet 40 Mark gekauft. Es hatte jedoch einen Wert von 5000 Mark.“

Am Sonntag, 20. März, ist Häussers „Sekundenblick“ erstmals gefragt. Im Rahmen des Wernigeröder Museumsfrühlings heißt es dann ab 16 Uhr in der Historischen Halle von Schloss Wernigerode wieder „Teuer oder Täuschung“.