Halberstadt (sc) l Sie sind ganz „normale“ Schulen mit einem kleinen, aber feinen Unterschied: Auf dem Stundenplan stehen die Einhaltung der Menschenrechte, kulturelle und Umweltbildung und der gerechte Ausgleich zwischen Arm und Reich. Die Aktionen, Projekte und Ideen sind bunt und vielfältig, sagt Anette Peters vom Martineum Halberstadt. Das Gymnasium ist eine der 8800 Schulen, die im ASP-net, dem Associated Schools Projekt in fast allen 191 Mitgliedsstaaten der Unesco mitarbeiten. In diesem Jahr stand der internationale Projekttag aller dieser Schulen unter dem Titel „Schau hin! Misch dich ein!“, berichtete die Unesco-Projektschul-Verantwortliche und Leiterin der Tansania-Arbeitsgemeinschaft.

Am Martineum engagierten sich die Schüler beim „Stricken gegen soziale Kälte“ für das Rauhe Haus und die Wärmestube, präsentierten in der internationalen Woche gegen Rassismus ein Benefizkonzert, färbten mit Flüchtlingskindern Ostereier oder bieten regelmäßig Spielenachmittage für diese an.

Höhepunkt aller Aktionen war der Benefizlauf am Donnerstag. Seit Wochen bereiteten sich Schüler, Eltern und Lehrer auf den Lupalilo-Lauf vor. Ziel war es, tansanischen Schülern der Partnerschule Lupalilo Secondary School für ein ganzes Jahr ein warmes Mittagessen zu ermöglichen. Mitglieder der Tansania-AG haben Schüler, Eltern und Kollegen im Vorfeld informiert und motiviert, sich zu beteiligen. Der Fachbereich Sport bereitete das Rennen vor.

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Schulweg der Partnerschüler nachempfunden

In einem Sternmarsch begaben sich alle Klassen auf verschiedenen Wegen zur Jahnwiese, wo das Rennen begann. „Mit diesem Marsch sollte der bis zu eineinhalbstündige Schulweg der tansanischen Partnerschüler nachempfunden werden“, erklärte Anette Peters.

Am Start übergaben die Schülersprecher symbolische Schecks mit ihrer Klassenspende. Aus jeder Klasse wurden fünf Schüler nominiert, die am Lauf teilnahmen. Alle anderen Schüler feuerten die Aktiven auf der Strecke an. Einige Klassen hatten dafür Plakate und Banner angefertigt.

Geld wird persönlich übergeben

Sponsoren waren um Spenden gebeten worden. Diese Gelder dienten als Start- und Preisgelder, um die die Schüler liefen. So wurden die Klassenspenden noch einmal erhöht. Die schnellsten Klassenvertreter und die zehn schnellsten Läufer wurden prämiert. Zur Siegerehrung erhielten die Läufer eine Urkunde vom Schirmherren der Veranstaltung, Oberbürgermeister Andreas Henke (Die Linke), und vom Landtagsabgeordneten Daniel Szarata (CDU), der sich als ehemaliger Martineer auch aktiv am Lauf beteiligte.

Am Ende betrug die Spendensumme 7118,78 Euro. „Das heißt, wir können mit diesem Geld 395 Kindern ein Mittagessen finanzieren“, sagte Peters. „Wir haben genau hingeschaut, wo es Probleme gibt, wir haben uns eingemischt – und das mit Erfolg. Das Geld werden wir im Sommer persönlich in Tansania übergeben können. Dass und das alles gelungen ist, dafür ein großes Danke an alle Läufer, Schüler, Sponsoren, Helfer, Eltern und Kollegen.“