Halberstadt l Der Frühling ist eine unangenehme Phase für Allergiker, die sich mit einer laufenden Nase und juckenden Augen herumschlagen müssen. Laut dem Deutschen Allergie- und Asthmabund leidet circa jeder sechste Deutsche unter den lästigen Symptomen des Heuschnupfens, Tendenz steigend.

Nachdem sich durch die kalten Wochen im Februar und März die Blüte verschoben hat, wird in den nächsten Tagen in ganz Deutschland mit einem massiven Pollenflug der Birke gerechnet. Auch von Esche, Pappel, Buche, Ulme und Weide fliegen an diesem Wochenende Pollen durch die Halberstädter Luft.

Es geht langsam los

„Es geht jetzt langsam los“, erklärt auch Simone Guse von der Stadt-Apotheke in Halberstadt. „Seitdem das Wetter so schön ist, kommen die ersten Patienten mit Heuschnupfen zu uns.“

Die meisten Patienten wüssten schon, dass sie allergisch auf die Pollen reagieren, so die Apothekerin. „Falls man nicht weiß, dass man Heuschnupfen hat, ist es oft schwer, ihn von normalem Schnupfen zu unterscheiden. Die, die es gar nicht kennen, doktern erstmal nur herum. Wenn der Schnupfen aber nach längerer Zeit nicht weggeht, tippen viele auf eine Allergie und lassen sich beim Arzt kontrollieren.“

Eine gute Idee, denn wie gefährlich Allergien werden können, hängt ganz von der Reaktion des einzelnen Patienten ab, gibt Simone Guse zu bedenken: „Ist man nur leicht allergisch, läuft vielleicht ein wenig die Nase.“ In schlimmeren Fällen könne es jedoch soweit kommen, dass man keine Luft mehr zum Atmen bekommt. „Das weiß man natürlich vorher nicht – und beginnen kann eine Pollenallergie in jedem Alter“, erklärt die Apothekerin.

Immunsystem stärken

Andererseits könne sich das Immunsystem auch spontan stärken, sodass die Allergie verschwindet. So wie bei Klaus-Peter Heinemann, einem Halberstädter, der mittlerweile wieder ohne Beschwerden den Frühling am Breiten Weg genießen kann: „Ich hatte zwei Jahre lang mit Heuschnupfen zu kämpfen, immer im Frühjahr. Während es im ersten Jahr wirklich schlimm war, ist es im zweiten Jahr schon um einiges besser geworden. Danach war es dann zum Glück ganz vorbei.“

Anders geht es der aus Halberstadt stammenden Petra Heinze, die sich gerade mit einem Taschentuch die tränenden Augen trocknet: „Seit ein paar Tagen geht es wieder richtig los bei mir. Schon seit Jahren leide ich unter Heuschnupfen. Ab und zu nehme ich Medikamente, mehr habe ich aber noch nicht gegen die Allergie getan.“

Neben juckenden oder tränenden Augen bis hin zur Bindehautentzündung sind eine triefende oder verstopften Nase, Müdigkeit, Abgeschlagenheit und ein erschwerter Atem Anzeichen für eine Allergie gegen Pollen. Auch heftige Niesattacken mit bis zu 20-maligem Niesen pro Minute können vorkommen.

Aktueller Gefahrenindex

Treten die Beschwerden erst nach und nach auf, kann von einer anderen Erkrankung ausgegangen werden – beim Heuschnupfen treten die Symptome nämlich meist kurzfristig auf den Plan. Ein Blick in den Pollenflugkalender oder auf den aktuellen Gefahrenindex, der sich beispielsweise auf der Internetseite des Deutschen Wetterdienstes finden lässt, kann Betroffenen weiteren Aufschluss geben.

Der Meteorologe Thomas Dümmel von der Freien Universität Berlin rät Allergikern gegenüber der Deutschen Presse-Agentur zu Medikamenten.

Außerdem helfe es, vor dem Betreten von Innenräumen Schuhe und Jacke auszuziehen und möglichst im Eingangsbereich zu lassen. Kleidungsstücke von draußen sollten auf keinen Fall mit im Schlafzimmer liegen. Bei langen Haaren sei es ratsam, sie vor dem Schlafengehen zu waschen, denn damit würden auch die Pollen verschwinden.