Kinderbetreuung

Athenstedt will seinen Kindergarten wieder öffnen

Nach zwei Jahren Schließung soll es wieder eine Kita in dem Ortsteil Halberstadts geben. Noch fehlt die Zustimmung vom Stadtrat.

Von Sabine Scholz 06.07.2021, 09:04
In Athenstedt soll es bald auch wieder möglich sein, seine Kinder vor Ort betreuen zu lassen.
In Athenstedt soll es bald auch wieder möglich sein, seine Kinder vor Ort betreuen zu lassen. Foto: dpa

Aspenstedt/Athenstedt - Es kommt nicht oft vor, dass ein Ortsbürgermeister zu Gast ist bei einer Ortschaftsratssitzung im Nachbarort. In Aspenstedt war das nun der Fall. In einer Sitzungspause erteilte Ortsbürgermeister Rüdiger Müller (CDU) seinem Athenstedter Amtskollegen Ralf Barthel (Buko) das Wort.

Barthel informierte den Aspenstedter Rat darüber, dass man die seit Dezember 2019 geschlossene Kindertagesstätte wieder öffnen wolle. Allerdings funktioniere das nur, wenn der Stadtrat einem Trägerwechsel zustimme. Einen entsprechenden Antrag wolle der Athenstedter Rat stellen.

Tiergestützte Pädagogik

Barthel warb um Unterstützung der Nachbarn in dieser Sache. Man wolle gemeinsam mit einem freien Träger ein Konzept anbieten, das bislang kaum in der Region zu finden sei. Kern des geplanten Hauses für Kinder mit tiergestützter Pädagogik sei ein wesentlich freierer, von den Kindern selbstbestimmter Tagesablauf.

Man setze darauf, dass dieses ganz spezielle Angebot für eine bestimmte Elternzielgruppe interessant sei, die ihre Kinder dafür auch 30 Kilometer weit fahren. In Radisleben bei Ballenstedt gebe es die einzige Kita dieser Art im Harzkreis, in Athenstedt könnte es Nummer zwei geben. Für Athenstedt sei es wichtig, wenigstens wieder eine Kindertagesstätte im Ort zu haben, so Barthel. Mit den im Dorf geborenen Kindern wären maximal acht bis zehn Plätze zu belegen, zu wenig für einen einigermaßen wirtschaftlichen Betrieb, weshalb die Einrichtung 2019 von der Stadt auch geschlossen wurde. Nun biete sich die Chance, die Einrichtung neu zu beleben.

Keine höherer finazielle Belastung für die Stadt

Barthel beziffert den von der Stadt zu zahlenden Zuschuss als vergleichbar mit dem für die städtischen Einrichtungen in Sargstedt und Aspenstedt. Er hofft dass die 20 Betreuungsplätze ab 2022 zur Verfügung stehen können. „Eigentlich wollten wir zum 1. September dieses Jahres starten. Aber die Stadtverwaltung sieht Sanierungsbedarf für das Gebäude, an dem sie elf Jahre lang selbst nie etwas gemacht hat“, so Barthel.

Der Träger sei bereit, die Sanierung auf eigene Kosten zu übernehmen, was aber eine mögliche Eröffnung auf 2022 verschiebe. Schließlich lohne es sich nicht im Winter zu starten, denn die Tiere in der Einrichtung - Ziegen, Schaf, Kaninchen und Co. - sollen nur draußen gehalten werden. Den Kontakt zwischen Kindern und Tieren aufzubauen, sei bei wärmerer Witterung schlicht einfacher als im Winter.