Stadtrat Halberstadt beschließt Standortplanung

Auf lange Sicht deutlich weniger Grundschüler

Von Jörg Endries

Spätestens ab 2029 sollen in Halberstadt die Schülerzahlen an den Grundschulen dramatisch sinken. Der Stadtrat hat beschlossen, dass die Verwaltung prüfen soll, ob sich die Stadt künftig noch alle Grundschulstandorte leisten kann.

Halberstadt l In der Kernstadt und den sieben Ortsteilen unterhält die Stadt Halberstadt derzeit sieben Grundschulen, die 1059 Mädchen und Jungen besuchen. Laut einem Papier der Fraktion SPD/Bündnis 90/Die Grünen sollen die Schülerzahlen bis 2029 zurückgehen.

Die Prognose spricht von 29 Prozent, so Stadtrat Peter Köpke (SPD). "Angesichts dieser Entwicklung wollen wir geklärt haben, welche Standorte erhalten bleiben sollen, welche am wirtschaftlichsten sind, wo Investitionen nötig sind und welche Schulen den Schülern die kürzesten Wege bieten", sagt Köpke. Bis zum 31. März 2013 soll dem Stadtrat eine detaillierte Auskunft vorliegen, fordert die Fraktion in ihrem Antrag.

Die CDU-Fraktion werde den Antrag unterstützen, signalisiert Fraktionsvorsitzende Frauke Weiß. "Ich habe schon vor etwa drei Jahren gefordert, dass die Stadt einen Demografie-Scheck auf den Weg bringen soll. Passiert ist bis heute nichts", kritisiert die Kommunalpolitikerin. Elvira Tautenhahn (CDU) spricht sich gegen einen so engen Zeitplan aus. "Der 31. März ist bereits übermorgen, die Verwaltung braucht Zeit."

Elvira Koch-Kupfer (fraktionslos) erinnert, dass das Land Sachsen-Anhalt derzeit eine neue Schulplanung erarbeitet. "Wir sollten nicht Arbeit investieren, ohne entsprechende Eckdaten vom Land zu haben."

"Ich will Ihnen die Ängste nehmen, dass die Verwaltung mit Ihrem Antrag überfordert ist", beruhigt Michael Haase, zuständiger Fachbereichsleiter der Stadtverwaltung. Die Zahlen seien jederzeit abrufbar. "Bis 2026 müssen wir uns überhaupt keine Sorgen machen", so Haase. Fest stehe, dass es 2026 soviele Schüler wie heute in der Stadt geben werde - 1059, so der Fachbereichsleiter. Über die Jahre werde das Niveau in etwa gleich bleiben. Es gebe sogar kurzeitig einen Anstieg auf über 1100 Grundschüler. Erst nach 2029 sei mit einem Rückgang von etwa 20 Prozent zu rechnen.

Von den derzeit sieben Standorten zeichne sich bislang nur ein Wackelkandidat ab, die Grundschule Langenstein. Die Einrichtung arbeite bereits seit Jahren mit Ausnahmegenehmigungen. Aber auch in Ströbeck gebe es Probleme mit sinkenden Schülerzahlen. Die Anne-Frank-Grundschule zähle zu den Einrichtungen, die mit bis zu 24 Schülern pro Klasse an der Kapazitätsgrenze arbeiten. In Langenstein und Ströbeck säßen hingegen nur bis zu 15 Schüler in einer Klasse. "Trotzdem ist das kein Grund, hektisch zu werden", betont Haase.

Der Stadtrat Halberstadt beschloss schließlich mehrheitlich den Antrag zur Standortplanung für die Grundschulen.