Halberstadt l Mehr als 30 Grad Celsius, am Himmel ist kaum eine Wolke zu entdecken – perfekte Bedingungen für einen Ausflug ans kühle Nass. Schon am Vormittag tummeln sich zahlreiche Badelustige am Ufer des Halberstädter Sees, andere ziehen ihre Runden im Wasser, Kinder bauen emsig Burgen im Sand. „Der August ist gut angelaufen. Zum Glück, wir müssen das Minus wieder hereinholen“, sagt Gido Maak, während er auf das Getümmel schaut.

Maak ist Bereichsleiter beim Freizeit- und Sportzentrum (FSZ), das sich seit dem Jahr 2000 um den See am Stadtrand kümmert. Viel Erfahrung – doch dieses Jahr ist so ganz anders als die zuvor. Coronabedingt. Neue Regeln, Unsicherheiten bei den See-Betreibern wie bei den Besuchern, Veränderungen bei den Abläufen und der Gästestruktur, Feste müssen ausfallen, nennt Maak Beispiele. Immerhin: Die Saison darf stattfinden.

Allerdings mit Einschränkungen. „Unser Gelände ist 10.000 Quadratmeter groß. Nach geltenden Regeln dürfen wir nicht mehr als 1000 Besucher gleichzeitig hereinlassen“, berichtet Maak.

Am Eingang ist Geduld gefragt

Ein Einschnitt: In den Vorjahren wurden bis zu 1800 Besucher am Tag gezählt. „Das bedeutet, das es leider zu Wartezeiten kommen kann“, sagt Maik Brzezicha, Prokurist beim FSZ. Zumal der See derzeit davon profitiere, dass viele Deutsche die Sommerferien in diesem Jahr im eigenen Land verbringen. „Da muss man sich nur mal die Kennzeichen auf dem Parkplatz ansehen“, so Maak. Es seien auffällig viele Besucher, die nicht aus der Region stammen.

Auf festgelegte Einlasszeiten wolle man dennoch verzichten. In manchen Freibädern können die Badegäste Tickets nur für die Gültigkeit weniger Stunden lösen – ist die Zeit abgelaufen, müssen sie gehen. „Das wollen wir für unsere Gäste nicht. Und das lässt sich auf einem so weitläufigen Gelände nur schwer handhaben“, erklärt Maak.

Pünktlich zum Kindertag am 1. Juni war es dann soweit: Anbaden am Halberstädter See. „Anfangs waren die Leute verhalten“, berichtet Maik Brzezicha. Selbst bei bestem Wetter seien längst nicht so viele Besucher gezählt worden wie in den Vorjahren. Das spiegelt sich in der Statistik wieder: Im Juni 2019 kamen 10.911 Gäste, im selben Zeitraum in diesem Jahr lediglich 4479. Das entspricht allein für diesen Monat einer Umsatzeinbuße von mehr als 25.000 Euro.