1. Startseite
  2. >
  3. Lokal
  4. >
  5. Nachrichten Halberstadt
  6. >
  7. Bauhandwerker sichern Ostflügel der Burgruine

365300 Euro werden für Arbeiten in dem historischen Gemäuer in Weferlingen veranschlagt Bauhandwerker sichern Ostflügel der Burgruine

Von Anett Roisch 16.08.2012, 15:50

Seit Mitte April sind Handwerker dabei, das Burggemäuer zu sanieren.Ein paar Wochen werden sie noch brauchen, dann sind die Sicherungsarbeiten an der Burgruine beendet. 365300 Euro kosten diese Arbeiten.

Weferlingen l Vor mehreren Jahren hatte der Weferlinger Gemeinderat die Sicherung der Burgruine in Angriff genommen. Teile des Gemäuers waren schadhaft, von den Burgkronen lösten sich Steine. Nicht unerhebliche Kosten standen bereits zu Buche, dieses Denkmal herzurichten. In einzelnen Abschnitten kamen die Handwerker über mehrere Jahre zum Einsatz. Immer nur dann, wenn die Gemeinde Fördermittel erhielt, konnten Sicherungsarbeiten ausgeschrieben werden. So kam es auch vor, dass die Arbeiten mehrere Jahre ruhten, bevor wieder Fördermittel zur Verfügung standen. Jetzt ist das Ende abzusehen.

Ende des vergangenen Jahres hatte das Amt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten (ALFF) für die Sicherung der Burgruine in Weferlingen Fördermittel in Höhe von 217700 Euro bewilligt, erfuhr die Volksstimme auf Nachfrage von Sabine Fischer vom Bauamt der Stadt Oebisfelde-Weferlingen. Die Gesamtkosten für die geplanten Arbeiten belaufen sich jedoch auf 365300 Euro. Der Stadtrat von Oebisfelde-Weferlingen stimmte zu, so dass der Eigenanteil gesichert werden konnte. Mitte April konnten die Arbeiten beginnen.

Der Bauabschnitt in diesem Jahr umfasst die (vorläufig) letzten Arbeiten zur Sanierung der Burgruine. "Wir erneuern kaputte Mauerteile, mauern ausgebrochene Stellen neu, sichern das Gewölbe, so dass es vor Nässe geschützt wird", zählt Vorarbeiter Horst Neumann einige Arbeiten auf. Für ihn und seine Kollegen sind das Routinearbeiten. Stürze werden erneuert, ebenso Rundbögen und ähnliche Teile der historischen Burganlage. Viele Mauerteile müssen neu verfugt werden, damit das Wasser nicht noch mehr eindringen kann. Und die Burgkronen werden gesichert. Wenn das Gemäuer in Ordnung gebracht ist, werden die Burgkronen mit Bleiplatten abgedeckt. Dazu sind gegenwärtig die Dachklempner im Einsatz. Der andere Teil der Burgruine ist bereits mit Bleiplatten abgedeckt. Die einstige Burg stammt aus dem Hochmittelalter, wurde im Laufe der Jahrhunderte mehrmals umgebaut und brannte 1929 aus. Zu dieser Zeit wurde die Burg jedoch nur noch als Lager genutzt, Bauern hatten hier Stroh eingelagert, das in Brand geriet.

Mit der Sicherung des historischen Gemäuers wird es auch eher möglich, Veranstaltungen in der Burgruine durchzuführen, ohne das Gemäuer großräumig absperren zu müssen. Einige Wochen werden die Handwerker noch zu tun haben, schätzt der Vorarbeiter ein. Wie gut die Männer vorankommen, hängt zu einem Teil auch vom Wetter ab.