Halberstadt l Mit mehrmonatiger Verspätung sollen die Arbeiten zur Sanierung der Sporthalle an der Sekundarschule „Freiherr Spiegel“ in Halberstadt beginnen, informiert die Stadtverwaltung Halberstadt. In einer Bauanlaufberatung seien die Weichen dafür gestellt worden, teilte Rathaussprecherin Ute Huch mit. Ursprünglich sollte das Projekt mit dem Start in die Sommerferien beginnen.

Für die Verzögerung sorgten, wie man angesichts der prekären Finanzlage der Kreisstadt vermuten könnte, nicht etwa unlösbare Geldprobleme. Die Finanzierung des Bauvorhabens war bereits lange vor dem Sommer geregelt, der Stadtrat Halberstadt gab grünes Licht. Die Kosten für die Sanierung belaufen sich auf insgesamt 695.800 Euro. 90 Prozent, insgesamt 626.200 Euro, werden im Rahmen des Förderprogramms STARK III des Landes Sachsen-Anhalt plus EFRE des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung abgedeckt. Der Eigenanteil, den die Stadt Halberstadt beisteuern muss, beträgt 69.600 Euro. Die Hälfte davon, immerhin 34 800 Euro, nimmt der Kommune der Sportverein HT 1861 ab. Ein Akt, der bislang in dieser Höhe einmalig ist in Halberstadt.

Kein Angebot auf Ausschreibung

Dass der Baustart in die Hose gegangen ist, ist der angespannten Lage in der Bau­branche geschuldet. Die Stadtverwaltung schrieb wiederholt die Arbeiten aus und erhielt nicht ein Angebot.

„In der Turnhalle werden eine neue Lüftungsanlage sowie eine Innendämmung der Dachhaut eingebaut, ebenso Prallschutzwände an den Giebelseiten des Gebäudes“, berichtete Ute Huch. Darüber hinaus erfolgen die Innendämmung der Dachrinne sowie der komplette Abbruch der Fassade und der Einbau einer gedämmten Metallfassade. Die Halle bekommt neue Fenster und Außentüren sowie eine neue Beleuchtung durch den Einbau von LED- Leuchten. Die alte Lüftungsanlage sei bereits demontiert worden.

Froh über Baustart

Der Sportverein HT 1861 ist seit 2013 Hausherr über die Sportstätte und nutzt sie wie die Sporthalle „Völkerfreundschaft“ für den Vereinssport. ­Damals schloss der HT 1861 mit der Stadt Halberstadt einen Betriebsführungsvertrag ab. Insgesamt 175 aktive Sportler nutzen die Halle, so Denis Schmid, Vorsitzender des Sportvereins. Seit Juni allerdings nicht mehr, weil für Juli der Sanierungsbeginn geplant war.

„Wir sind froh, dass die Arbeiten nun endlich beginnen“, zeigt sich Denis Schmid erfreut. Der verspätete Start habe jedoch „weh getan“. Denn für den Verein bedeutet das, dass er die Halle etwa vier Monate länger als ursprünglich geplant nicht nutzen kann. „Wir haben uns darauf eingestellt und Trainingsgruppen zusammengelegt, die nun in der ‚Völkerfreundschaft‘ Sport treiben.“

Keine Nutzungsgebühren

Ein weiteres Problem ist, dass dem Verein wichtige Nutzungsgebühren durch die Lappen gehen. Der Landkreis Harz zahlt an den Verein dafür Geld, dass die benachbarte Sekundarschule in der Sporthalle Sportunterricht abhalten kann. Allerdings geschieht das seit einigen Jahren aufgrund des miserablen Bauzustands der aus den 1970er Jahren stammenden Halle nur noch eingeschränkt. Die etwa 270 Schüler dürfen schon seit etwa vier Jahren keine Ballsportarten im Gebäude betreiben, weil Prallschutzwände fehlen. Dafür weichen die Schüler der achten, neunten und zehnten Klassen in die ­Sporthalle des Freizeit- und Sportzentrums Halberstadt aus.

„Die Gespräche über die Höhe der Entschädigungszahlungen mit dem Landrat waren konstruktiv. Der neugewählte Landrat muss den vorliegenden Plan noch bestätigen“, berichtet Denis Schmid.

Die Abbruch- und Fassadenarbeiten sollen in der kommenden Woche beginnen. Fertigstellungstermin sei der 30. Juni 2021, informierte Ute Huch.