Halberstadt l „Die berühmtesten drei Buchstaben“, mit diesen Worten leitete Jürgen Jüling am Mittwochabend im Kulturausschuss zu einem Tagesordnungspunkt über, der da hieß: Auswertung M_K_H. Wie der Ausschussvorsitzende Jüling (Die Linke) bekannte, habe er vor drei Jahren, als ihm die Idee einer Biennale für moderne bildende Kunst in Halberstadt das erste Mal vorgestellt wurde, „nicht so recht daran geglaubt“. Aber dann gab es Biennale Nummer 1 und nun, mit der zweiten Auflage der Monat_Kunst_Halberstadt, zeige sich, dass die Vernetzung, das Engagement der Vereinsmitglieder Wirkung zeigt. „Für mich ist das Interessanteste daran, dass Halberstadt als eine Stadt, die nicht gerade wenig mit Kultur gesegnet ist, international in den Fokus gerückt wird“, sagte Jüling nach den Ausführungen von Rebekka Prell und Matthias Ramme.

Unkomplizierte Zusammenarbeit

Die Vorstandsmitglieder des Vereins M_K_H hatten zuvor Resümee gezogen über die Ausstellung, die diesmal den Titel trug „Was wird sein von jetzt an?“. Wie Rebekka Prell berichtete, hatte die Kunststiftung des Landes Sachsen-Anhalt den Verein für die zweite Auflage finanziell gut unterstützt. „Nach der ersten Biennale glauben sie an uns, sehen, welche Qualität die Kunst hat, die hier in diesem kleinen Städtchen am Harzrand präsentiert wird.“ Neben der künstlerischen Qualität sei es gelungen, die Arbeitsstrukturen innerhalb des Vereins so auszurichten, dass vieles professioneller laufe. Die Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung sei unkompliziert, sagte Prell. Gleiches gelte für die anderen Kooperationspartner wie Gleimhaus, Moses-Mendelssohn-Akademie, Domschatz, Nordharzer Städtebundtheater, Hochschule Harz, den Verein Komm‘ma oder die Lyonel-Feininger-Galerie Quedlinburg.

Mit den Besucherzahlen, so Prell, sei man zufrieden, auch wenn man sich natürlich mehr Gäste wünsche. Umgerechnet seien jeden Tag rund 60 Besucher in den Ausstellungen gewesen.

In New York dabei

Stolz sei man darauf, dass es bundesweit eine gute Resonanz auf die Biennale gab. Das sei sicherlich auch der Arbeit des Kurators Peter Funken zu verdanken, der – wie die Initiatorin und Kuratorin der ersten M_K_H, Ilka Leukefeld, – bestens vernetzt sei, sagte Matthias Ramme. Er berichtete, dass die Künstler, die Peter Funken im Sommer nach Halberstadt eingeladen hatte, begeistert seien von „dieser so schön fragmentierten Stadt“. Es sei ein spannender Stadtraum, in dem die Künstler agieren könnten.

Fast beiläufig erwähnte Ramme, dass der Verein jetzt Mitglied im Verband der Internationalen Biennalen in New York sei. „Durch die zweite Biennale hat unsere Arbeit eine andere Dimension bekommen, haben sich neue Türen geöffnet. Und weil es sich so gut entwickelt, wollen wir auch weitermachen.“

Verein macht weiter

Bei der nächsten Biennale wolle man versuchen, den Aspekt Kunst im öffentlichen Raum etwas stärker zu beleuchten. Zurzeit laufen erste Gespräche mit möglichen Kuratoren für die Monatskunst im September 2018, Förderanträge müssen gestellt werden, ein Konzept ist zu entwickeln. Viel Arbeit für den kleinen Verein, dessen Mitglieder alles ehrenamtlich wuppen. Aber Halberstadt sei ein Begriff auf der Landkarte der Kunst, auch wegen der Ausstellungen in der Martinikirche, in der großartige Künstler moderne Kunst zeigten, die zu DDR-Zeiten eher kritisch gesehen wurde.