Halberstadt l Rasch sind die verstärkten schwarzen Schlauchrohrstücke verbunden. Ein Knopfdruck, die Pumpe im Löschfahrzeug nimmt ihre Arbeit auf. Routinierte Handgriffe, die im Ernstfall rasch für ausreichend Wasser sorgen. An diesem Donnerstagsmittag nur eine kurze Übung und Demonstration für die Medien. Denn zum Glück wird zu diesem Zeitpunkt im Industriegebiet Ost kein Löschwasser benötigt.

Platz für Firmen

Das muss ausreichend verfügbar sein, will die Stadt weitere Unternehmen auf den riesigen Flächen ansiedeln. Immerhin stehen in dem 2,9 Millionen Quadratmeter großen Gebiet zwei Millionen Quadratmeter für Gewerbe- und Industriebetriebe zur Verfügung, „der Rest sind Flächen für Straßen und Erschließungsflächen“, sagt Markus Walz. Der Wirtschaftsförderer der Stadt berichtet, dass rund 800.000 Quadratmeter Fläche bereits von Firmen genutzt werden, vor Kurzem erst ein weiteres Grundstück von 3,5 Hektar, also 35.000 Quadratmetern, verkauft wurde.

Gesetzliche Anforderungen

„Damit die Stadt weiterhin erfolgreich Ansiedlungen betreiben kann, müssen die rechtlichen Anforderungen erfüllt sein“, ergänzt Jens Klaus, Fachbereichsleiter Bauen/Ordnung der Stadt. Dazu gehört, dass im Bedarfsfall ausreichend Löschwasser verfügbar ist.

Zwei Löschwasserzisternen sichern das jetzt mit ab, wie Feuerwehrchef Jörg Kelle erklärt. „Wir müssen in einem Einsatzradius von 300 Metern laut Gesetz 192 Kubikmeter Wasser in der Stunde für mindestens zwei Stunden vorhalten können“, so Kelle. „Die 200er Trinkwasserleitung der Stadtwerke schafft das allein nicht. Aber noch größere Trinkwasserleitungen sind nicht sinnvoll, weil dann zu viel Wasser ungenutzt in den Leitungen stehen würde. Also haben wir uns vor anderthalb Jahren entschlossen, zwei Löschwasserzisternen zu bauen“, so Kelle weiter.

Zisternen billiger als Teich

Die Stadt Halberstadt investierte in diesem Jahr dafür rund 125.000 Euro. „Wobei wir kreativ waren und gebrauchte, aufgearbeitete Metallbehälter im Boden versenkt haben“, sagt Jens Klaus. Erledigt hat die Arbeiten das Halberstädter Unternehmen TSB Harz GmbH, deren Geschäftsführer Holger Draber und Detlef Rosenbusch bereits Erfahrung mit solchen Aufträgen haben. Hatten sie doch unter anderem auch die Ausschreibung vor einiger Zeit für die Löschwasserzisterne im Ströbecker Gewerbegebiet gewonnen.

Die beiden Zisternen haben jeweils ein Fassungsvermögen von 80 Kubikmeter und ergänzen die Löschwassermenge aus dem Hydrantennetz der Halberstadtwerke. Im Ernstfall wird durch die Pumpen auf den Einsatzfahrzeugen der Wehr ein Unterdruck erzeigt, um die Wassermengen nach oben zu transportieren. „Damit die Behälter dann nicht zusammenklappen, sind Lüftungsrohre erforderlich“, sagt Jörg Kelle und erklärt, warum man keinen Löschteich angelegt hat. „Auf den ersten Blick mag das Anlegen eines Löschteiches preiswerter sein, aber der Pflegeaufwand ist sehr hoch. Wir erleben das in Böhnhausen – Laub, das hineinfällt, Kinder, die Steine in den Teich werfen, die erforderliche Entschlammung, all das kostet über die Jahre viel Geld. Und mit den Zisternen haben wir 50 Jahre Ruhe.“