Bürgerinitiative kämpft weiter für das Bauvorhaben

Von Anett Roisch

Für den Bau eines Radweges von Etingen nach Oebisfelde hat die Bürgerinitiative "Radweg" 1941 Unterschriften gesammelt.

Rätzlingen/Bösdorf l "Nun ist er endlich da, der Ministerbrief", verkündete Brigitte Dobbelmann, Vorsitzende der Bürgerinitiative (BI) "Radweg". "Minister Webel hat sich für unseren Einsatz zum Bau des Radweges bedankt", sagte Uta Bruns aus Bösdorf, Mitglied der BI. Über 400 Menschen hatten sich im April dieses Jahres an einem Fahrradkorso und an einer anschließenden Kundgebung beteiligt, um auf die Notwendigkeit des Radweges öffentlich aufmerksam zu machen. Uta Bruns las aus dem Ministerschreiben vor: "Darüber hinaus bedanke ich mich ausdrücklich für Ihr Engagement hinsichtlich der Durchführung einer breit angelegten Unterschriftenaktion. Ihre damit verbundene Erwartungshaltung, dass das Radwegevorhaben prioritär behandelt wird, kann ich nachvollziehen."

Webel erklärte in seinem Schreiben den Sachstand, dass der betreffende Abschnitt der L 24 nur in einem Teilbereich und mit der nachrangigen Priorität (Dringlichkeitsstufe III) im derzeit aktuellen Radwegebedarfsplan (Stand 03/2010) enthalten ist. "Es konnte folglich noch keine Planung aufgenommen werden", heißt es im Brief.

Die durchschnittliche tägliche Verkehrsbelastung, die 2010 auf der L 24 zwischen Etingen und Oebisfelde untersucht wurde, wären maximal 2042 Kraftfahrzeuge in 24 Stunden. Für die weitere Betrachtung des Streckenabschnittes war daher der Nachweis der "besonderen Netzbedeutung" für den Radverkehr zu führen.

Bürgerinitiative "Radweg" hat ein Teilziel erreicht

Diese "besondere Netzbedeutung" sei - laut Webel - seitens der Kommune und des Landkreises erfolgt, so dass der Streckenabschnitt der L 24 in drei Teilstrecken unterteilt wurde. Das ist der Abschnitt von Oebisfelde bis Bösdorf, von Bösdorf bis Rätzlingen und von Kathendorf bis Etingen. Außerdem sei der gesamte Abschnitt in die Fortschreibung der Radwegebedarfspläne aufgenommen worden. "Genau das war vorerst unser angestrebtes Teilziel, welches wir durch unsere Unterschriftensammlung und unseren Radkorso unterstützt haben", erklärte Helga Willecke aus Bösdorf, Mitglied der BI.

"Das Ergebnis des Bewerbungsverfahrens sowie die davon abgeleitete Priorisierung bleibt abzuwarten", schlussfolgerte Reiner Jonas aus Bösdorf, der ebenfalls zur BI gehört. Die ersten Ergebnisse der Fortschreibung der Radwegebedarfspläne sollen Mitte 2015 vorliegen. "Die Träger öffentlicher Belange, wie Landkreis und Kommune, können dann zu den vorgenommenen Priorisierungen eine Stellungnahme abgeben", so Webel.

"Wir werden uns im Juli bei der Landesstraßenbaubehörde beziehungsweise beim Verkehrsministerium nach dem Sachstand erkundigen und gegebenenfalls den Landkreis und die Kommune auffordern, diese Möglichkeit der nochmaligen Beteiligung durch eine entsprechende Stellungnahme zu nutzen", ergänzte Brunhilde Heinecke aus Bösdorf, Mitglied der BI. "Es bleibt also weiterhin spannend", ist sich Hannelie Francke aus Bösdorf, die auch zur Bürgerinitiative gehört, sicher.