Osterwieck (mhe) l Die am Dienstag verfügte Sperrung von öffentlichen Spielplätzen und Gebäuden wurden in den Orten offenbar mehrfach ignoriert, vor allem in den Abendstunden.

Deshalb appellierte Osterwiecks Bürgermeisterin Ingeborg Wagenführ (Buko) gestern nochmals an die Bürgerschaft: „Begreifen Sie den Ernst der Lage: Jeder trägt momentan selbst Verantwortung, ob wir diese Situation meistern. Soziale Kontakte sind weitestgehend zu unterlassen. Jeder, der das ignoriert, gibt dem Virus eine Chance und führt die Gesellschaft in die Katastrophe. Ich kann nur appellieren und die Vernunft jedes Einzelnen ansprechen. Bitte! Jeder an seinem Platz, sonst sind wir dem ausgeliefert.“

Auch die Regionalbereichsbeamten der Polizei seien angesichts der Vorfälle sensibilisiert.

Die Arbeit der Bürgermeisterin und der weiteren sechs Mitarbeiter im Krisenstab konzentriert sich weiterhin auf die Eindämmung des Corona-Virus. Bisher ist es nicht in Osterwieck nachgewiesen worden. Über das Bürgertelefon (03 94 21/793-710) und vor allem per Mail (info@stadt- osterwieck.de) erhält die Stadtverwaltung täglich viele Fragen und Anliegen.

Wie die Bürgermeisterin berichtete, ging es dabei bisher besonders um Rückfragen sowie Arbeitgeber-Bescheinigungen bezüglich der Kita-Schließungen. Aber es riefen auch Vereinsvertreter an, die Klärungsbedarf hatten, sowie Unternehmer.

Ein Thema, das Eltern berührt, sind die Kita-Gebühren jetzt in der Zeit ohne Betreuung. Bisher ist dafür keine Regelung bekanntworden. Bürgermeisterin Wagenführ kann diese Frage einerseits verstehen, doch für sie steht im Moment eine ganz andere Hauptfrage: „Wie überleben unsere Unternehmen?“ Ihr Referent Peter Eisemann, der auch für die Wirtschaftsförderung zuständig ist, steht im Kontakt mit den Betrieben. Er bündelt Infos zu Hilfsangeboten von Land und Bund und bereitet sie für die Firmen auf. Von Vorteil ist hier das bestehende Netzwerk des Unternehmerstammtischs.

Ingeborg Wagenführ berichtete, dass sie sich zudem gemeinsam mit Bürgermeister-Kollegen an den Landrat gewandt habe, damit Firmen auch wirklich geholfen wird.

Letztendlich ist die Kommune selbst wie ein großes Unternehmen und mit ganz ähnlichen Problemen. Mehr als die Hälfte des Personals ist in den Kindereinrichtungen beschäftigt, die aber derzeit bis auf drei Häuser geschlossen sind. Bisher, informierte Wagenführ, könne das durch aufgelaufene Überstunden und Einsatzbereitschaften geregelt werden.

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