Harzkreis l Die gute Nachricht gleich vorneweg: Die Müllabfuhr funktioniert auch in Zeiten von Corona. „Sammelleistungen wie gelbe Säcke, Hausmüll, Altpapier, Sperrmüll und Baum- und Strauchschnitt werden aufrecht erhalten“, teilt Ingo Ziemann, Vorstand der Entsorgungswirtschaft des Harzkreises (enwi), mit. „Aber“, so schränkt er ein, „wir leben von Tag zu Tag.“

Wie viele andere Betriebe auch müsse die enwi derzeit mit Personalausfall kämpfen. „Und das aus den unterschiedlichsten Gründen“, so Ziemann. Darunter Eltern, die wegen der Kita- und Schulschließungen zu Hause bleiben müssen, Quarantänefälle sowie Mitarbeiter, die aufgrund von Krankheit ausfallen. „Für die verbliebenen Mitarbeiter bedeutet das natürlich Mehrarbeit“, sagt der enwi-Chef. Die Situation im Unternehmen sei „angespannt“.

Dennoch sollen vorerst alle Leistungen bestehen bleiben. „Das haben wir auch mit unserem Auftragnehmer, der Abfallwirtschaft Nordharz, so verabredet.“ Man müsse allerdings von Tag zu Tag schauen, wie hoch die Ausfälle sind und dann neu beurteilen. „Wir legen im Unternehmen sehr viel Wert auf Hygiene, damit die Ansteckungsgefahr so niedrig wie möglich ist“, versichert Ingo Ziemann.

Auch die Wertstoffhöfe im Landkreis bleiben geöffnet - sowohl für Privatpersonen als auch für Gewerbebetriebe. Das sei in einer Beratung am Montagnachmittag festgelegt worden. Dabei ist man sich bei der Entsorgungswirtschaft des Harzkreises nicht wirklich sicher, ob diese Leistung tatsächlich notwendig und nach den Verordnungen der Bundesregierung überhaupt noch möglich sei. „In den meisten Fällen ist es sicher nicht notwendig“, so Ziemann. Andererseits sei Gartenarbeit noch erlaubt. „Deshalb wollen vielleicht einige Kleingärtner ihren Grünschnitt loswerden.“

Die Wertstoffhöfe werden vorerst zu den bekannten Zeiten offen gehalten. „Ich spreche da vor allem für die beiden Höfe in Halberstadt und Westerhausen, die direkt von der enwi betrieben werden“, so der Vorstandschef. Die Wertstoffhöfe, die unter der Regie der Kommunen stehen, würden auch in der Verantwortung der Städte liegen. „Wir haben aber von fast allen Kommunen die Rückmeldung, dass die Höfe geöffnet werden.“ Nur Wernigerode habe sich nicht zurückgemeldet.

Wie Rathaussprecher Tobias Kascha auf Nachfrage bestätigt, bleibt die Anlage in Wernigerode ebenfalls offen. „Wir bitten aber darum, dass die Bürger wenn möglich auf die Anlieferung von Grünschnitt verzichten“, sagt Kascha. Das könne später nachgeholt werden.

Die Besucher der Wertstoffhöfe müssen sich auf weitere Einschränkungen einstellen, informiert enwi-Chef Ziemann. „Wir lassen nur eine begrenzte Anzahl von Fahrzeugen auf das Gelände, um die Ansteckungsgefahr zu verringern.“ Das würde zwar zu Rückstaus führen. „Aber im Auto steckt man sich nicht an.“ Zudem seien die Mitarbeiter angehalten, nicht beim Entladen zu helfen. „Das entspricht zwar nicht unserem Servicegedanken. Wir müssen jedoch die Priorität dort ansetzen.“ Darüber hinaus werden Bargeldzahlungen und die Kompostausgabe ausgesetzt.

Die Öffnung der Wertstoffhofe werde ebenfalls von Tag zu Tag neu überdacht. Deshalb rät Ingo Ziemann den Anlieferern, sich vorab telefonisch zu erkundigen. Die jeweiligen Telefonnummern sind im Entsorgungskalender sowie im Internet unter www.enwi-hz.de zu finden.