Halberstadt l Zumindest Publikum kann wieder kommen. Seit vergangenem Donnerstag hat der Tiergarten in den Spiegelsbergen wieder geöffnet. Wer durch die Einrichtung schlendert, sieht unter anderem an verschiedenen Geländern kleine Spendendosen hängen.

Ein Versuch, ein paar Einnahmen mehr zu bekommen, denn aufgrund der Corona-Krise befindet sich die Stadt Halberstadt wieder in einer sogenannten Haushaltssperre. Das heißt, Geld darf nur für unabwendbare Dinge oder bereits ausgelöste Aufträge ausgegeben werden. Investitionen sind davon nur zum Teil betroffen, aber auch hier regiert der Rotstift. Das trifft auch den Tiergarten.

Um aber einige der geplanten Veränderungen umsetzen zu können, setzt das Team um David Neubert auf Unterstützung unterschiedlichster Art. „Eigentlich wollten wir ein großes Fest zum 60. Geburtstag feiern, aber das musste jetzt aufgrund der Beschränkungen wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden.“

Platz für Erdmännchen

Neben dem Rückblick auf 60 durchaus bewegte Tiergarten-Jahre sollte das Fest auch dabei helfen, ein neues Gehege für die Erdmännchen zu errichten. Das soll an der Stelle, wo früher das Affengehege stand, seinen Platz finden. Dort könnte dann baulich dafür gesorgt werden, dass man erkrankte Tiere zwar von der Gruppe trennen, sie aber über Geruch und Sichtbarkeit dennoch in Kontakt bleiben zu lassen. „Nimmt man ein Tier heraus, wird es später von der Sippe verstoßen“, berichtet Neubert. Bislang behelfe man sich damit, ein erkranktes Tier in einen Käfig zu sperren, um diese Folgen zu verhindern. Aber auch das sei keine wirklich gute Lösung.

Aufgebaut werden soll eine größere Gruppe, die vielleicht auch Nachwuchs zeugt. Das neue Außengehege soll den possierlichen Publikumslieblingen zudem mehr Platz bieten, geplant sind 135 Quadratmeter. „Dazu kommt dann noch das Warmhaus als Rückzugsort im Winter und eben als Separationsmöglichkeit“, sagt Neubert mit Blick in die Zukunft.

Virtueller Lauf

Für solche Projekte wird Geld gesammelt. Vorgesehen war als Spendenwerbung wieder der Tiergartenlauf. Aber auch der wird vermutlich nicht stattfinden können. Derzeit überlegt man, analog zu anderen Firmenstaffeln, einen „virtuellen“ Laufwettkampf zu organisieren. Heißt, jeder läuft eine selbst gewählte Strecke, macht ein Selfie und ein Sponsor zahlt dafür eine bestimmte Summe. „Aber hier sind wir noch komplett am Anfang der Organisation“, sagt der Tiergartenchef, „aber ich denke, wir werden eine Lösung finden.“

Fertig geworden ist pünktlich zur Wiederöffnung nach der Corona-Zwangspause der neue Flyer für den Tiergarten. Mit Plan der Anlage, neuen Fotos der Tiere, Öffnungszeiten, Kontaktdaten und den Angeboten, die über den „einfachen Besuch“ der Anlage hinausgehen. Neben Führungen für unterschiedlichste Altersgruppen und Anlässe sind das Angebote für Kinder wie eine Tiergartenralley oder ein Grünes Klassenzimmer. Für das ist bereits ein kleiner Kräutergarten angelegt worden, denn Natur ist mehr als die Tierwelt. Beibehalten will das Team das im vergangenen Jahr bereits gut nachgefragte Angebot von Schaufütterungen bei Erdmännchen, Stinktieren, Stachelschweinen, Frettchen, Luchs und Co.