Halberstadt l „Halberstadt ist es wert, dass wir auf die Straße gehen“, schallte es in den Straßen. Angestellte des Halberstädter Ameos-Klinikums demonstrierten für bessere Arbeitsbedingungen und höhere Löhne.

Vom alten Haupteingang gegenüber der Finckestraße zog das medizinische Personal, ausgestattet mit Trillerpfeifen, Plakaten und Megafon, in Richtung Innenstadt zu einer Kundgebung auf dem Breiten Weg. Am Demonstrationszug beteiligten sich laut Schätzung des Ordnungsamtes des Landkreises etwa 80 bis 100 Personen.

Solidarische Bürgermeisterin

Bei der Kundgebung in der Nähe des Weihnachtsmarktes waren später knapp 200 Demonstranten anwesend. Oberbürgermeister Andreas Henke (Die Linke) zeigte sich mit den Angestellten solidarisch, verwies aber darauf, dass man Krankenhausbetreiber Ameos dankbar sein müsse.

„Schließlich haben sie den Standort Halberstadt jahrelang am Leben gehalten“, sagte Henke. Weiterhin wies er daraufhin, dass das Klinikum der zweitgrößte Arbeitgeber in der Stadt sei. Er sei auch gerne bereit, zwischen den Parteien zu vermitteln.

Kommunale Trägerschaft

Die Demonstranten wünschen sich Arbeitsverträge nach Tarifen des öffentlichen Dienstes (TVöD) und, so war es auf einem der Plakate zu lesen, eine Rückführung des Halberstädter Krankenhauses in kommunale Hand.

Mit dieser Bitte ist am Mittwoch Betriebsratsvorsitzende Anette Blume-Erl auch während der Bürgerfragestunde in der Sitzung des Kreistages auf die Abgeordneten zugegangen. Eine Bitte, der man dem Vernehmen nach im Landratsamt offen gegenüberstehe.

Die Arbeitnehmervertreter streiten derzeit vor Gericht um die Durchsetzung des 2014 geschlossenen Haustarifvertrages.