Stromversorgung

Emerslebens alte Masten bleiben stehen

Neue Erdkabel für eine sichere und zeitgemäße Stromversorgung werden aktuell in Emersleben verlegt. Doch so mancher Einwohner des Halberstädter Ortsteils fühlt sich an Schildbürgerstreiche erinnert.

Von Sabine Scholz
Deutlich erkennbar ist der Riss im oberen Bereich an diesem Strommast in der Südstraße Emerslebens, einem Ortsteil von Halberstadt.
Deutlich erkennbar ist der Riss im oberen Bereich an diesem Strommast in der Südstraße Emerslebens, einem Ortsteil von Halberstadt. Foto: Sabine Scholz

Emersleben/Halberstadt - Diese Geschichte wird wohl den Hauch des Schildbürgerstreichs nicht mehr loswerden. In Emersleben verschwinden nach und nach die Freileitungen zur Stromversorgung. Stattdessen werden Erdkabel verlegt. Soweit, so gut. Doch die alten Betonmasten werden bleiben. Weil an einigen die Straßenlaternen montiert sind und seitens der Stadt auf lange Sicht keine Erneuerung der Straßenbeleuchtung geplant ist (Volksstimme berichtete).

Aufgrund von Anwohner-Anfragen soll nun zumindest die Erdverkabelung der Straßenbeleuchtung mit gelegt werden. Die Arbeiten haben in der Finkenstraße bereits begonnen, hier werden zehn Häuser in kommenden Wochen ihren Strom nicht mehr auf Dachhöhe ins Haus geleitet bekommen, sondern vom Keller aus. In der Südstraße, die als nächstes folgt, sind es 13 Hausanschlüsse, die auf den heute üblichen Standard gebracht werden. Insgesamt 250 Meter Hauptkabel und 500 Meter weitere Niederspannungskabel werden dafür verlegt, war von den Halberstadtwerken zu erfahren.

Stadt erwartet keine Zusatzkosten

Die Masten werden – wenn die Kabelseile abgehängt wurden – stehen bleiben und in das Eigentum der Stadt übergehen. Obwohl die augenscheinlich nicht im allerbesten Zustand sind.

„Weiß die Stadt, worauf sie sich da einlässt?“, fragt der Emerslebener Enrico Rheinschmitt. Tue sie, wie Stadtsprecher Holger Wegener auf Nachfrage betont. „Die Masten sind von Tiefbauamt und des Stadt- und Landschaftspflegebetriebes in Augenschein genommen worden. Die Masten sind zwar nicht neu, sie sind aber nutzbar und somit sind mittelfristig keine außergewöhnlichen Kosten für die Stadt zu erwarten.“