Halberstadt l Das Gleimhaus steht im Mittelpunkt der diesjährigen Landesliteraturtage, die das Motto „Netzwerk – Dichtung – Bildungslust“ tragen. Dichtervater Johann Wilhelm Ludwig Gleim (1719-1803) gibt ihnen seinen Namen. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) eröffnete die Gleim-Literaturtage am Sonnabend in der Kreisstadt.

Das Buch sei ein Sinnbild für die geistige Welt, in der Menschen gemeinsam leben. „Das Lesen wiederum ist neben dem Gespräch eine besonders menschliche Form der Auseinandersetzung mit der Wirklichkeit. Es verbindet die Tradition mit der Moderne. Wo das Lesen aufhört, da verlieren sich auch die Grundlagen unserer Kultur und Geschichte“, sagte Haseloff. Er zeigte sich nach einem Rundgang durch das Museum beeindruckt vom Schaffen Gleims. „In diesem Haus erlebt man ein Stück Stadtgeschichte“, so der Ministerpräsident.

Gleimhausdirektorin Dr. Ute Pott umriss die Themen, die im Mittelpunkt der Gleim-Literaturtage stehen: „Welchen Stellenwert hat Literatur in der Gesellschaft? Wie verändert sich Sprache? Wie kam es, dass Gleim das erste Literaturarchiv der Welt schuf?“ In zahlreichen Veranstaltungen würden bis zum 30. September Autoren mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen ins Gespräch kommen.

Der Dichter, Freundschaftsnetzwerker sowie visionäre Literatursammler Johann Wilhelm Ludwig Gleim steht aus Anlass seines 300. Geburtstages im Fokus der Landesliteraturtage. Erstmalig sind die Veranstaltungen nicht auf eine Stadt oder einen Landkreis begrenzt, sondern finden landesweit statt, immer an Orten, an denen freundschaftliche Verbindungen Gleims nachweisbar sind. 33 Veranstaltungen und 26 Lesungen in Kindergärten und Schulen wird es geben. 83 Autoren aus dem Land sowie zahlreiche Wissenschaftler, Musiker und Verleger bieten ein buntes Programm. Am heutigen Montag, 23. September, begibt sich Bernd Wolff ab 18 Uhr in der Stadtbibliothek Halberstadt auf eine literarische Wanderung zum Thema „Klippenwandrer: Heines Harzreise“.