Halberstadt l Geht das, Kirmes in Corona-Zeiten? Ja, sagt Jens Ganso und macht einfach. Für den Diplom-Betriebswirt sind die abgesagten Veranstaltungen in diesem Jahr ebenso eine wirtschaftliche Herausforderung wie für die ganze Branche. Aber aufzugeben, das ist seine Sache nicht.

Hygienekonzept erarbeitet

Der Chef der Veranstaltungs-Com GmbH hat sich viele Gedanken gemacht, wie sich die Auflagen der Eindämmungsverordnung zur Bekämpfung der Pandemie und die Sehnsucht vieler, sich mal wieder mit Freunden zu treffen, mit der Familie einen fröhlichen Nachmittag bei netten Angeboten im Freien zu verbringen, unter einen Hut bringen lassen. Er hat ein Hygiene­konzept erarbeitet, Technik angeschafft und Genehmigungen eingeholt. Auch einen neuen Toi­lettenwagen hat er gekauft, um den Hygienevorschriften gerecht zu werden, wie er in der vergangenen Woche beim Pressetermin auf dem Holzmarkt informierte.

Für diesen Termin hatte er extra ein kleines Kettenkarussell aufbauen lassen und an zwei Stellen gezeigt, wie die Einlasssteuerung funktionieren soll. Denn maximal 1000 Menschen dürfen sich gleichzeitig auf dem Fischmarkt aufhalten, wenn ab Freitag dieser Woche Karussells und Buden zum Verweilen einladen.

Pavillons mit Lichtschranke

An sechs Stellen wird es kleine Pavillons geben, durch die die Gäste den Rummelplatz betreten. Dabei lösen die eine Lichtschranke aus, die automatisch ein Signal sendet, das registriert wird. Wird die maximale Personenzahl erreicht, schaltet die Lichtschranke auf Rot und es ertönt ein Warnsignal. „Dann werden meine Mitarbeiter an den Einlässen stehen und die Gäste bitten, einen kleinen Moment zu warten“, erklärt Ganso. Denn auch Passanten, die nur den Platz queren, werden gezählt – als Ein- und kurz darauf wieder als Austretender. Von daher können die Zahlen sekündlich schwanken.

An der Technik hinter den Messeinheiten hat Ganso mit einem Ingenieur getüftelt, denn die Erfassung der Personenzahl ist nur ein Aspekt. Ganso hat auch einen QR-Code entwickelt, der an Aufstellern an den Zugängen zu finden ist. „Viele sind heutzutage mit dem Smartphone unterwegs. Und wenn es wieder erforderlich werden sollte, dass man bei Veranstaltungen seine Kontaktdaten hinterlassen muss, geht das mit dem Handy schneller“, so Ganso. Die Gäste scannen das schwarz-weiße Muster, füllen den auf dem Handy angezeigten Datenbogen auf und senden ihn zurück. Nach vier Wochen werden die Daten automatisch gelöscht.

Aktuell braucht es diese Registrierung nicht, aber wer weiß, wie sich die Situation bis zur Weihnachtszeit entwickelt. Und Ganso will vorbereitet sein, wenn er Ende November im Herzen der Stadt seinen Weihnachtsmarkt aufbaut. „Die Herbstkirmes ist ein erster Schritt in Richtung zurück zur Normalität“, sagt er. Ein Schritt, für den Oberbürgermeister Andreas Henke (Die Linke) Lob äußert., „Jens Ganso ist ein verlässlicher Partner für uns als Stadt.“ Deshalb sei man sofort bereit gewesen, ihn bei den Vorbereitungen der Herbstkirmes zu unterstützen.

Die lädt vom 2. bis 18. Oktober täglich von 11 bis 20 Uhr zum Verweilen ein.