Halberstadt l Beifall gab es zur Enthüllung der Präsentation der Feuerskulptur am Halberstädter Domplatz. Doch die Freude über die neue Attrak­tion im Ausstellungsfenster des Heineanums hielt sich nach dem Fall des Vorhangs in Grenzen. In der Glasscheibe spiegelt sich der benachbarte Dom so stark, dass vom Kunstwerk und seiner Präsentation so gut wie nichts zu sehen ist. Viele Halberstädter stellen sich nun die Frage, ob die 13.000 Euro, die in einer ­Spendenaktion für den Kauf und die Präsentation gesammelt wurden, eine Fehl-Investition war?

„Auf keinen Fall ist das Geld in den Sand gesetzt worden. Wir wissen aber, dass etwas verändert werden muss. Leider ist von der Skulptur und dem Ausstellungsraum nicht viel zu sehen. Daher ist die Kritik berechtigt“, sagt Antje Gornick, ­Direktorin des Städtischen Museums. Sie bestätigt, dass sich viele Bürger seit der Enthüllung am 5. Juli, am Vorabend von Ton am Dom, beschwert hätten. „Auf allen Kanälen – per Telefon, Brief und in den ­sozialen Netzwerken.“

Lösungssuche

Die Projektgruppe, die sich ein Jahr lang mit der Umsetzung des Vorhabens Feuer­skulptur beschäftigte, werde in der kommenden Woche wieder zusammenkommen, um nach einer Lösung für das Spiegel-Problem zu suchen. Antje Gornick zerbrach sich bereits den Kopf darüber, wie die Misere mit dem Spiegelbild des Doms im Präsentations-Fenster gelöst werden kann.

„Vielleicht kann man mit einer stärkeren Beleuchtung etwas erreichen oder den dunklen Hintergrund durch einen hellen ersetzen, um die Spiegelung zu verhindern“, so die Museums-Chefin. Oder man müsse auf die Fensterfläche eine Folie zum Entspiegeln aufbringen. Es gebe viele kluge Köpfe in der Projektgruppe, daher sei sie sich sicher, dass auf jeden Fall eine Lösung gefunden wird. Nur eines steht fest: Es darf nicht teuer sein. Das Spendengeld sei, soviel sie weiß, vollständig ausgegeben. Es floss nicht nur für den Kauf des Kunstwerks. Außerdem mussten Handwerker bezahlt werden, die den Ausstellungsraum gestalteten.

Spendentafel

Es gibt aber noch einen zweiten Kritikpunkt. Die versprochene und noch nicht installierte Tafel mit den Namen der Spender. „Die Spendertafel ist in Arbeit und wird in Kürze im Ausstellungsfenster gezeigt“, so Antje Gornick.

Die Feuerskulptur wurde vor einem Jahr bei einer spektakulären Aktion vor Hunderten Schaulustigen auf dem Dom­platz bei über 1000 Grad Celsius gebrannt. Stadt und Kuratorium Stadtkultur verbündeten sich 2018, um das Kunstwerk von Keramiker Reinhard Keitel aus Weimar für die Stadt zu sichern. Sie zeigt die zwei Domtürme. In einer unfassbar kurzen Zeit von nur sechs Wochen spendeten 200 Bürger, Institutionen und Firmen ­ 13.000 Euro. Das Städtische Museum erhielt die Skulptur als Schenkung.