Halberstadt l Seit gut vier Jahren wisse man, dass die Bäume krank sind. „Warum kommt man dann erst Ende Februar mit der Entscheidung um die Ecke, dass die Standsicherheit der Bäume gefährdet ist und der Platz deshalb gesperrt werden muss?“ Jens Geffert ist hörbar sauer, auch wenn der Ortsbürgermeister Klein Quenstedts sich um Sachlichkeit bemüht.  

Bäume dürfen ab März bis Ende Oktober nicht gefällt werden – Brutsaison. Man habe dennoch versucht, eine Fällgenehmigung bei der Unteren Naturschutzbehörde zu erwirken, sagt Thomas Wald beim Vororttermin mit dem Christdemokraten. Der Abteilungsleiter Stadtgrün kann Gefferts Unmut nachvollziehen, aber die Stadt ist für 15.000 Bäume zuständig. Und bei der Kontrolle im Februar habe man gesehen, dass die Schäden an den Bäumen deutlich umfangreicher geworden sind. „Der extrem trockene Sommer vergangenes Jahr hat die Bäume zusätzlich gestresst“, sagt Markus Lohmann. Der Baumfachmann kontrolliert alle Bäume der Stadt, hat feste Routen. Und weil die Schäden als so gravierend einzustufen sind, müsse die Stadt ihrer Verkehrssicherungspflicht nachkommen, sagt Wald. Und weil erst im Herbst gefällt werden darf, ist der Platz gesperrt. 

Daran, dass die Pyramidenpappeln krank sind und gefährlich werden können, zweifelt Jens Geffert nicht, ist der CDU-Mann doch als Forstingenieur selbst vom Fach. Ihn stört, dass die Stadt, obwohl die Bäume unter Beobachtung standen, nicht eher nachgeschaut hat. Und dass man seiner Bitte, ihm Bewertungs- und Begehungsprotokolle zukommen zu lassen, nicht wirklich nachgekommen sei. „Ich habe eine schöne Darstellung ohne Protokolle bekommen. Sicherlich alles richtig, jedoch keine gute verwaltungstechnische Arbeit“, sagt Geffert. Auch die Stellungnahme des Landkreises sei ihm nicht vorgelegt worden.

Fällen in der Schutzzeit

Für 46 Bäume war eine Fällgenehmigung innerhalb der Schutzzeit beantragt worden, der Kreis bat nun darum, zu prüfen, ob mit der Entnahme einzelner besonders geschädigter Bäume am Butterberg die Gefährdung beseitigen könne. „Das müssen wir jetzt tun. Wobei durch die so entstehenden Lücken durchaus auch mehr Gefährdung verbunden sein kann, weil der Wind dann anders auf die Bäume trifft“, erklärt Thomas Wald. Zudem stehen die Bäume an einem Wasserlauf auf eher weichem Grund. 

Dass die Stadt ein zusätzliches Tor beschafft und aufgestellt hat, um die Spielrichtung so zu legen, dass Kinder beim Bolzen nicht gefährdet werden, lobt Jens geffert. „Aber auch eine teilweise Sperrung des Platzes ist der Bevölkerung nicht vermittelbar“, so der Ortschef. Die Stadt müsse schnellstmöglich handeln. „Der Sportplatz ist nicht nur für die Jugend von Klein Quenstedt von zentraler Bedeutung“, begründet Geffert seine Forderung. Die Volleyballer planen ein Turnier, auch der Butterberg-Cup sollte wieder belebt werden. 

„Im Übrigen sind es mehr als 120 Bäume, die gefällt werden müssten“, fügt Geffert an, „die 46 sind nur die aller gefährlichsten.“ Und wenn man bereits im Oktober nachgeschaut und gehandelt hätte, gäbe es auch keine Mehrkosten für Stadt, die jetzt entstehen dürften.