Literatur erleben mit allen Sinnen

Grundschüler entdecken „Die Rabenbuche“ von Katrin Packebusch

Im Juni hatte der Huylandverlag einen Klassensatz des Buches „Die Rabenbuche“ übergeben. Nur wenige Wochen später präsentieren die Grundschüler bei einem Autorentreffen das Ergebnis.

Von Ramona Adelsberger
Den idyllischen Röderhofer Teich haben sich die Mädchen und Jungen der dritten Klasse der Grundschule Schlanstedt, Eltern und Famile Packebusch für ihr Autorentreffen ausgewählt.
Den idyllischen Röderhofer Teich haben sich die Mädchen und Jungen der dritten Klasse der Grundschule Schlanstedt, Eltern und Famile Packebusch für ihr Autorentreffen ausgewählt. Fotos (4): Ramona Adelsberger

Schlanstedt/Röderhof - Katrin Packebusch ist restlos begeistert. „Genauso hatte ich mir das vorgestellt, als ich vor einigen Wochen einen Klassensatz meiner 'Rabenbuche' an die Grundschule Schlanstedt übergeben hatte.“ Schon damals habe sie die echte Freude der Drittklässler gespürt, als jedes Kind „sein“ Buch den Händen gehalten hatte. Klassenlehrerin Andre Bekuhrs hatte sich herzlich bedankt und versprochen, sich in aller Ausführlichkeit im Unterricht mit dem Buch zu beschäftigen.

Sie hat Wort gehalten und nun, unmittelbar vor den großen Ferien, zu einem Tag rund um die „Rabenbuche“ eingeladen. Ein idealer Platz für dieses Autorentreffen war schnell gefunden, der idyllische Röder-hofer Teich direkt am Tor zum Huy. Denn die Geschichte über Fee Rubinia Federleicht und das Matschmonster spielt direkt im Huy.

Ein Mitmachbuch für die ganze Familie

Die Mädchen und Jungen hatten sich auf diesen Tag sehr gut vorbereitet und nicht nur den Text gelesen, sondern vor allem auch die Gedichte und Lieder entdeckt, die Bastelvorschläge umgesetzt und besonders die enthaltenen Rezepte ausprobiert.

Denn die „Rabenbuche“ ist nicht einfach nur ein Buch, das sich zum Lesen und Vorlesen eignet, sondern ein Mitmach-Almanach für Groß und Klein und für alle Sinne.

„Wir haben den Text im Unterricht gelesen, zum Teil auch laut, um die Lesekompetenz zu fördern“, beschreibt Andrea Bekuhrs. Damit auch die Eltern zu Hause erfahren, worum es überhaupt geht, durften die Grundschüler das Buch für ein Wochenende mit nach Hause nehmen.

Zur Vorbereitung auf dieses Autorentreffen am Teich wurden nun Aufgaben verteilt, denn das Buch enthält eine ganze Reihe von Rezepten wie beispielsweise Haferflockenkekse, Hefe- Einhörnchen, Zitronen-Spiegeleierkekse oder sogar Eierlikör für zwischendurch (auch in alkoholfreier Version).

Viele Fragen an eine echte Autorin

Jedes Kind hatte mit den Eltern etwas vorbereitet und viele zeigten stolz ihr Mitgebrachtes herum. Doch das große Schlemmen musste noch warten, denn zunächst saßen die Mädchen und Jungen artig auf ihren Decken und lauschten den Worten von Katrin Packebusch, deren Fantasie Text und Bilder des Buches entsprungen sind.

Die Pabstorfer Künstlerin, die sich einen Namen als Illustratorin der Buchreihe „Im Schatten der Hexen“ gemacht hat, erzählte, wie ein solches Buch entsteht und beschrieb den Werdegang von der ersten Idee bis hin zum fertigen Buch.

Sie gab zu, Corona sogar richtig dankbar zu sein, weil ihr der Lockdown die nötige Zeit beschert habe, um die „Rabenbuche“ fertigzustellen. Und sie erzählte, dass ihr bereits nächste Ideen für ein weiteres Bändchen im Kopf herumspuken, das wäre nach dem „Adventsschätzchen“ und der „Rabenbuche“ dann das dritte eigene Buch aus dem Hause Packebusch.

Und weil sich nun Schlanstedter Grundschülern nicht so oft die Gelegenheit bietet, mit einer echten Autorin zu sprechen, schnellten viele Finger nach oben, als die Kinder ihre Fragen stellen durften. Diese bezogen sich größtenteils auf die Figuren im Buch und so beschrieb Katrin Packebusch, dass die kleine Fee Rubinia Federleicht unweit der Pauls-kopfwarte in einem Hollerbusch lebt und dass die Rabenbuche, laut Packebusch als die allererste Buche im Huywald, heute einen großer Buchenbestand, noch immer im Huy steht, allerdings an einem streng geheimen Ort, weil sonst alle hinpilgern würden.

Die Kinder lobten die Auswahl der Gedichte und Lieder im Buch und staunten nicht schlecht, als sie hörten dass auch die Zeichnungen alle von Katrin Packebusch stammen.

Und weil die Autorin gemeinsam mit ihrem Mann Karsten den Huylandverlag gegründet hat und sehr oft mit ihrem Maskottchen, dem Waschbären Socke zu sehen sind, kamen natürlich auch einige Fragen nach dem Verbleib von Socke. Doch der befand sich wohl gerade auf Angelurlaub und so entstand eine Diskussion, ob denn ein Waschbär wohl auch einen Angelschein braucht.

Mit Eierlikör auf den Tag

Als jeder einen Becher mit Eierlikör in der Hand hatte, stießen die Grundschüler mit ihrer Lehrerin und Familie Packebusch auf diesen tollen Tag an und dann ging es endlich ans naschen und probieren. Vor allem das Elfenfrühstück, die Haferkekse, überraschten, weil sie auch in den vielen abgewandelten Varianten immer wieder ganz anders, aber stets sehr gut schmeckten.

Dann wurde es Zeit, auch die gebastelten Dinge genau unter die Lupe zu nehmen, denn Andrea Bekuhrs hatte alle Ergebnisse rund um die Rabenbuche mitgebracht. Katrin Packebusch betrachtete die bunten Monster, die aus einer Klorolle entstanden sind und war recht überrascht, als sie die Elfentüren betrachtete, die nach ihrer Anleitung gebaut wurden. Diese Basteleien dürfen die Kinder nun mit nach Hause nehmen, während die Bücher in der Schule verbleiben.

Erfahrungen festgehalten und weitergereicht

„Ich habe schon ein Arbeitsbuch angelegt, in dem ich meine Erfahrungen der letzten Wochen beschrieben habe, um sie weiterzugeben“, so die Klassenleiterin. Sei sei sicher, dass im kommenden Jahr auch die nächste dritte Klasse der Grundschule Schlanstedt genauso viel Freude beim Entdecken der „Rabenbuche“ haben wird, wie sie mit ihrer jetzigen Klasse.

Weil Andreas Bekuhrs „ihre“ Jungen und Mädchen gut kennt, und weiß, worüber sie sich ganz besonders freuen, hatte sie, ganz passend zum Buch, kleine Elfen, Feen und Häschen besorgt, die, wie von Zauberhand, an den Bäumen rund um den Röderhofer Teich hingen, und die sich jedes Kind als Erinnerung mitnehmen durfte. Und die Lehrerin musste schmunzeln, als am Ende nur noch einige Hasen übrig waren. „Offensichtlich haben sich auch einige von unseren Jungs für eine kleine Elfe entschieden.“ Damit ist klar, dass, nachdem es nun die freche Elfe Robinia Federlein gibt, das Elfenthema durchaus auch in der Männerwelt angekommen ist.

?Wir basteln uns ein Monster?, haben sich die Drittklässler sich nicht zweimal sagen lassen und zeigen hier eine kleine Auswahl.
?Wir basteln uns ein Monster?, haben sich die Drittklässler sich nicht zweimal sagen lassen und zeigen hier eine kleine Auswahl.
Adelsberger
Über einen sehr gelungenen Tag rund um ?Die Rabenbuche? freuen sich Katrin Packebusch und Lehrerin Andrea Bekuhrs (von links).
Über einen sehr gelungenen Tag rund um ?Die Rabenbuche? freuen sich Katrin Packebusch und Lehrerin Andrea Bekuhrs (von links).
Adelsberger
Über Nacht sind am Baum kleine Feen, Elfen und Häschen  ?gewachsen?. Jedes Kind hat nun eine schöne Erinnerung an diesen Tag.
Über Nacht sind am Baum kleine Feen, Elfen und Häschen ?gewachsen?. Jedes Kind hat nun eine schöne Erinnerung an diesen Tag.
Adelsberger