Corona

Halberstädter Handball- und Sportverein steigt wieder in den Trainingsbetrieb ein

Das Warten hat endlich ein Ende. Nach der coronabedingten mehrmonatigen Zwangspause kann der Trainingsbetrieb beim Halberstädter Handball- und Turnverein 1861 (HT 1861) wieder aufgenommen werden. Dch auch im Lockdown blieb man in Kontakt.

Von Renate Petrahn
Emma, Niklas und Denis Schmid (von links) hielten sich während der Coroanzeit im heimischen Garten „handballfit".  Denis Schmid ist Präsident des HT 1861 Halberstadt.
Emma, Niklas und Denis Schmid (von links) hielten sich während der Coroanzeit im heimischen Garten „handballfit". Denis Schmid ist Präsident des HT 1861 Halberstadt. Foto: HT 1861

Halberstadt - „Wir alle, die 38 ehrenamtlichen Übungsleiter, Kinder, Erwachsene und auch Eltern, haben eine schwierige Phase durchlebt. Doch nach der Lockerung der Bundes-Notbremse werden wir den Trainingsbetrieb ab Montag, 7. Juni, unter Einhaltung aller Regelungen wieder aufnehmen.“ Mit diesen Worten macht Denis Schmid, Präsident des Halberstädter Handball- und Turnvereins 1861 (HT 1861), die komplexe Situation deutlich.

Mit seinen knapp 500 Mitgliedern ist der HT 1861 nach Germania Halberstadt der zweitgrößte Sportverein der Stadt. Es ist vor allem die aktive und engagierte Kinder- und Nachwuchsarbeit in den sechs unterschiedlichen Abteilungen des Vereins (siehe Infokasten), die durch den Lockdown betroffen war und den Aktiven heute Sorge bereitet. Wie überall in Deutschland ist auch in Halberstadt der Handball der Hallensport Nummer 1.

Zum austausch auch ferngesehen

Um die prekäre Lage nicht nur in Halberstadt im Rückblick zu veranschaulichen, unterstreicht Denis Schmid, dass die Nachwuchsgewinnung im Schuljahr 2021/2022 bislang komplett fehlt. Seit Ende Oktober ruhte der Wettkampf- und Trainingsbetrieb.

„Da der corona-konforme Abstand bei unseren 200 Handballern nicht funktioniert, war seit einem Jahr nichts erlaubt“, betont der Präsident des HT 1861 mit Blick auf die vergangenen Monate, sodass „nach Inkrafttreten der Einschränkungen die Stimmung bei den Kids und bei den Eltern im Keller war“.

Um das Beste aus der Situation machen und den Nachwuchs zu motivieren, hat sich der HT 1861 einiges einfallen lassen. An erster Stelle haben die Übungsleiter den Kontakt zu ihren Mannschaftsteams gehalten.

Internationale Wettkämpfe, wie etwa die Handball-Weltmeisterschaft im Januar in Ägypten oder die EM- Qualifikation seien gute Möglichkeiten, um über Fernsehen und soziale Medien das Interesse am Sport zu erhalten, berichtet der HT-Präsident.

Online-Training

Daniela Wäser-Schmid, Vizepräsidentin des HT 1861 und Abteilungsleiterin der Red Scorpion Cheerleader, ergänzt:

„Auch wir haben auf die ,online-Säule’ beim Kontakt mit unseren Sportlerinnen vertraut. Über virtuelle Übungseinheiten, etwa ein aerobic-workout Bauch, Beine, Po, konnte jeder in seinem Wohnzimmer, im Garten und wo auch immer, trainieren. Über digitale Austauschrunden und Teamabende versuchten wir, unser Teamgefühl zu bewahren.“ Spiele-Klassiker, wie beispielsweise Stadt-Land-Fluss, waren bei den Online-Meetings gerade sehr gefragt, so die Trainerin.

„Jede Krise bietet auch Chancen“, sagt Denis Schmid und schaut nach vorn. „Jetzt, da das Impfprogramm greift, kehren wir allmählich zur Normalität zurück. Fahrradausflüge, Wanderungen oder Spiele im Freien auf den Outdoor-Spielplätzen in Halberstadt und der Umgebung stärken die Verbundenheit unserer Sportler mit ihrem Verein.“ Oder auch ein Schnuppertraining.

Partner haben Sportlern die Treue gehalten

„Dass der HT 1861 in der Lage ist, wieder voll durchzustarten, verdanken wir unseren Übungsleitern, allen Partnern des Vereins und vor allem unseren Mitgliedern, die sich nicht unterkriegen ließen und uns in großer Anzahl die Treue gehalten haben“, betont der HT- Präsident nicht ohne Stolz.

Mit Blick auf die nähere Zukunft vertraut er auf bewährte Formate wie das Programm „AG Sport in Schule und Verein“, nicht zuletzt, um Kinder für den Sport im Verein zu begeistern und Nachwuchs zu gewinnen. Denn „seit den Einschränkungen haben wir kaum neue Mitglieder“.

Nach und nach können die Abteilungen nun zum Trainingsbetrieb zurückkehren, und der Sportverein hofft auf viele Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die sich in den Sportarten Handball, Cheerleading, Badminton und Tischtennis ausprobieren wollen.

Denis Schmid freut sich auf die Rückkehr zum Trainingsbetrieb und ist sich sehr sicher, dass es speziell den Nachwuchssportlern genauso geht. Aber nicht nur den Nachwuchssportlern, allen Aktiven. Denn der HT 1861 versteht sich als ein Verein für lebenslangen Sport, als ein Ort der Begegnung, der in der Zeit nach Corona seine Reihen wieder schließen möchte und wird.