Hunde

Halberstädter Hunderunden für mehr Sauberkeit

Von Sabine Scholz
Für diese Hundehalterin ist es selbstverständlich, beim Gassigehen durch die Halberstädter Altstadt die Hinterlassenschaften ihres Haustiers zu entsorgen. An der Leine ist eine Box befestigt, in der sich rosane Tüten befinden. Sandra Reulecke

Halberstadt

Mehr Sauberkeit in der Stadt. Das ist ein Wunsch, den vielen Bürger hegen. Vor allem Hundehaufen sorgen immer wieder für Ärger. Hier will die Stadt nun mit neuen Angeboten dafür sorgen, dass die Hundehalter, die bislang ihrer Pflicht zur Beseitigung der Häufchen ihrer Vierbeiner nicht nachkommen, mehr Einsicht zeigen.

Zum einen sollen im Zusammenarbeit mit den Hundehaltern Halberstädter „Hunderunden“ ausgewiesen werden. Auf bestimmten Routen, die besonders beliebt sind bei den Gassigängern, soll es dann auch wieder mehr Papierkörbe geben. Schließlich würden die fehlenden Mülleimer oft als Argument ins Feld geführt, warum man als Hundehalter den Kot seines Tieres nicht beseitige, sagte Oberbürgermeister Daniel Szarata (CDU).

Routen mit mehr Papierkörben

Gemeinsam mit Projektleiter Jörg König, der die Erfassung der Lieblingsrouten leitet, und Thomas Dittmer, Teamleiter Ordnung und Sicherheit im Ordnungsamt, stellte Szarata gestern das Projekt der „Halberstädter Hunderunde vor“. Mit Unterstützung von Studierenden der Hochschule Harz und der Hundehalter selbst sollen die Routen zusammengetragen werden, auf denen am sinnvollsten neue Papierkörbe installiert werden. Wenn sich Unterstützer finden, würde er diese Routen gern auch beschildern lassen, sagte Szarata.

Seit gestern gibt es auf der Internetseite der Stadt ein Onlineformular, in dem die Gassitouren eingetragen werden können. Das Stadtgebiet ist für die Routenerfassung in neun Reviere eingeteilt worden. Außerdem können Trackingapps, wie zum Beispiel Komoot, Outdooractive oder Adidas Running, genutzt werden. Die Teilnahme sei freiwillig, weshalb man in der Stadt auch keine datenschutzrechtlichen Probleme bei dem Ganzen sehe.

Kostenlose Angebote, mehr Kontrollen

Während die Routenerfassung mit dem gestrigen Tag startete, wird es mit einem weiteren Angebot für die Hundehalter noch ein bisschen dauern. So sollen die Hundefreunde künftig kostenlos Hundekotbeutel zur Verfügung gestellt bekommen. Aber nicht in Spendern, die verteilt im Stadtgebiet stehen. Stattdessen können Hundebesitzer im Bürgerbüro die Tüten kostenlos abholen. „Ab wann, das werden wir noch mitteilen“, sagte Szarata.

Zum Projekt gehört aber nicht nur, dass man auf berechtigte Forderungen der Hundehalter eingehe, so der Oberbürgermeister. Auch die Ahndung von Verstößen gegen die Stadtordnung soll stringenter werden.

So sind zwei Teilzeitstellen für den Außendienst im Ordnungsamt ausgeschrieben. Vor allem morgens und abends soll die Doppelstreife unterwegs sein und mit Hundehaltern ins Gespräch kommen, und das Mitführen der Kotbeutel ebenso kontrollieren wie die Beseitigung der Haufen.

Härtere Strafen

Wer das unterlässt und erwischt wird, zahlt hohe Strafen. Für das Ordnungsamt hat die Stadt Halberstadt eine Richtlinie für Bußgelder nach der Gefahrenabwehrverordnung erlassen. In der sind nun auch die neuen Bußgeld-Höhen verankert. Die staffelt sich nach dem Ort des Geschehens. Bislang galten die Strafen ab einer bestimmten Summe, die ist jetzt konkret festgelegt.

So kostet die Nichtbeseitigung des Hundekots in Parks und auf Grünflächen künftig 75 statt bislang 35 Euro. Auf Gehwegen und Straßen einschließlich Baumscheiben werden 100 statt bisher 35 Euro fällig. Im Umfeld von Kitas und Schulen kostet das Liegenlassen der Hundehaufen 150 statt 35 Euro, im Umfeld von Kinderspielplätzen 200 statt bislang 100 Euro und auf Kinderspielplätzen werden 300 Euro Strafe fällig. Hier lag die Summe bislang bei 100 Euro. Wer keine geeigneten Reinigungsutensilien (Kotbeutel oder -Box) zur Beseitigung der Haufen mitführt, berappt 25 Euro.