Halberstadt l Frustriert sind viele Studierende der Hochschule Harz in Halberstadt. Die Parkplatz-Not in der Kreisstadt treibt zumindest die jungen Leute täglich auf die Palme, die darauf angewiesen sind, mit dem eigenen Pkw zum Studium in die Stadt zu kommen. Grund genug, um das Problem zu einem semesterübergreifenden Projekt zu küren. Während der jüngsten Sitzung des Stadtrates Halberstadt forderte Carolina Janzen in der Bürgerfragestunde Abgeordnete, Stadtratspräsident Volker Bürger (CDU) und Oberbürgermeister Andreas Henke (Linke) zum Handeln auf.

„Der Parkplatz unterhalb der Peterstreppe war bei der Planung des Hochschulstandortes Halberstadt ursprünglich als Parkfläche für die Studierenden vorgesehen. Heute ist der Platz fast vollständig von Autos der Mitarbeiter der Stadtverwaltung belegt“, kritisierte ­Carolina Janzen. Um eine Alternative für die Studierenden habe sich die Stadt Halberstadt damals wie heute nicht gekümmert. Resultat sei, dass die rund 600 Studierenden des Fachbereiches Verwaltungswissenschaften mit einem akuten Parkplatzmangel kämpfen würden.

Und die Zahl der Studierenden steigt. Für diejenigen, die auf den Pkw angewiesen sind, um zur Hochschule zu gelangen, sei es eine „tägliche Belastung psychischer und finanzieller Art“, einen freien Parkplatz zu suchen und zu finden. Für die Stadt sei es aber auch eine Belastung in Form von Umweltverschmutzung, erhöhtem Parksuchverkehr und Ordnungswidrigkeiten, so Carolina Janzen. Die Bahn würde bislang keine Alternative bieten.

Umfrage zeigt Probleme bei Parkplatzsuche

Das semesterübergreifende Projekt brachte ans Tageslicht, das 94 Prozent der Studierenden, die mit dem Auto kommen, regelmäßig Probleme bei der Parkplatzsuche haben (120 Befragte). 57 Prozent würden mehrmals in der Woche mit dem Pkw zur Hochschule fahren. 72 Prozent der Studierenden, die regelmäßig mit dem Auto anfahren, sind wegen der Parkplatzsuche schon einmal zu spät zu einer Vorlesung gekommen (213 Befragte). Davon wiederum fühlten sich 86 Prozent zu diesem Zeitpunkt gestresst und weniger konzentriert.

67 Prozent der Befragten gaben an, bei der Parkplatzsuche zwischen zehn und 30 Minuten einzuplanen, nur 18 Prozent geben fünf Minuten an. Nur 43 Prozent wären bereit, für einen Studierenden-Parkplatz ein Ticket kaufen zu wollen.

Mehr Unfälle und Umweltbelastung?

Nach Schlussfolgerung der Studierenden verursacht die Parkplatzsuche in Halberstadt unter anderem: Unfälle durch hohes Verkehrsaufkommen, Umweltbelastung in der Altstadt und der Studienstandort verliert an Attraktivität. Daher stellte Carolina Janzen im Auftrag der Projektgruppe zwei konkrete Fragen. Was die Stadt Halberstadt gegen das Parkplatzproblem unternehmen wird? Ob die Stadt sich ihrer Verantwortung als Hochschulstandort bewusst ist?

Klärende Antworten gab es für die Studierenden allerdings zur Stadtratssitzung nicht. Stadtratspräsident Volker Bürger sagte: „Es wäre schön, wenn das Projekt weiter bearbeitet wird. Wir müssen etwas tun, damit die Studierenden nicht auf das Auto angewiesen sind.“ Er schlug vor, dass die Verwaltung bei der Beleuchtung der Probleme mit einbezogen wird.

„Politik und Verwaltung kümmern sich um den Hochschulstandort und wir wissen, dass die Hochschule ein wichtiger Standortfaktor für Halberstadt ist“, sagte Oberbürgermeister Andreas Henke. Er verwies darauf, dass die Verwaltung derzeit ein Verkehrskonzept für die Innenstadt erarbeitet.